Politik & Gesellschaft

Frankreichs Haushalt 2027 belastet viele Rentner stärker

Die Regierung plant für höhere Renten einen geringeren Inflationsausgleich und will einen Steuervorteil begrenzen. Vor einer Umsetzung müssen die Vorschläge noch durch das Parlament.

Paris – 01.10.2026: Frankreichs Regierung will Rentner stärker an der Sanierung der öffentlichen Finanzen beteiligen. Der am Donnerstag vorgestellte Haushaltsentwurf für 2027 sieht vor, Altersbezüge oberhalb einer festgelegten Schwelle schwächer an die Inflation anzupassen. Zudem soll der steuerliche Abzug für Renteneinkünfte begrenzt werden. Betroffen wären vor allem Menschen mit mittleren und höheren Bezügen.

Nach den bislang vorliegenden Angaben soll die Schwelle bei einer monatlichen Altersversorgung von 1.281 Euro liegen. In ersten Berichten war noch von 1.260 Euro die Rede gewesen. Maßgeblich wäre die Summe aus Grund- und Zusatzrente. Unterhalb der Grenze sollen die Bezüge weiterhin entsprechend der Preisentwicklung steigen. Eine nominelle Kürzung der gesetzlichen Renten ist nicht vorgesehen.

Der Entwurf für den Sozialversicherungshaushalt soll der Regierung erlauben, den Anpassungssatz per Verordnung festzulegen. Er dürfte die Inflationsrate nicht überschreiten, müsste jedoch eine Erhöhung der Renten vorsehen. Auch eine weitere Anhebung im Laufe des Jahres bliebe möglich. Damit erhielte die Regierung Spielraum, die Bezüge langsamer steigen zu lassen als die Verbraucherpreise. Für die Betroffenen bedeutete dies einen schrittweisen Verlust an Kaufkraft.

Die zweite Maßnahme betrifft die Einkommensteuer. Frankreich gewährt auf Alterseinkünfte einen pauschalen Abzug von zehn Prozent. Dieser soll grundsätzlich erhalten bleiben, sein Höchstbetrag aber von derzeit 4.439 Euro auf 3.000 Euro je Steuerhaushalt sinken. Nach Angaben aus dem Regierungsumfeld soll die Änderung rund 1,4 Milliarden Euro einbringen. Sie würde vor allem Haushalte mit höheren steuerpflichtigen Pensionen treffen. Viele Rentner mit niedrigen Einkommen zahlen dagegen keine Einkommensteuer und wären von dieser Begrenzung nicht unmittelbar betroffen.

Beide Vorhaben gehören zum Konsolidierungskurs der Regierung. Nach jüngsten Schätzungen könnte das Haushaltsdefizit 2026 statt der zuvor erwarteten 5,1 Prozent nun 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Die Änderungen an Rentenanpassung und Besteuerung sollen mehrere Milliarden Euro zur Entlastung der Staatsfinanzen beitragen.

Politisch ist der Eingriff riskant. Die Kopplung der Renten an die Preisentwicklung gilt in Frankreich als Schutz vor Kaufkraftverlusten. Eine geringere Anpassung wäre zwar keine Kürzung auf dem Konto, würde die reale Kaufkraft aber dennoch mindern. Die Begrenzung des Steuerabzugs wirkt auf anderem Wege: Sie erhöht bei den betroffenen Haushalten das zu versteuernde Einkommen, ohne den Bruttobetrag der Rente zu verändern.

Beschlossen sind die Maßnahmen noch nicht. Sowohl das Haushaltsgesetz als auch der Sozialversicherungshaushalt müssen im Parlament beraten werden. Dabei können die Schwelle, der konkrete Anpassungssatz und die steuerlichen Regeln noch verändert werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • MoneyVox
  • Französisches Wirtschaftsministerium
  • Sénat

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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