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Fünf Jahre Taliban-Herrschaft: Afghaninnen berichten von wachsender Ausweglosigkeit

Fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban schildert eine Afghanin ihren Wunsch, das Land zu verlassen. Internationale Organisationen dokumentieren die systematische Verdrängung von Frauen und Mädchen aus Bildung, Beruf und öffentlichem Leben.

Kabul – 19.08.2026: Fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban an die Macht beschreibt eine Afghanin ihren Alltag als ausweglos. Afghanistan zu verlassen, sei zu einem ihrer größten persönlichen Wünsche geworden, berichtet sie Franceinfo. Ihre Schilderung erscheint wenige Tage nach dem Jahrestag der Einnahme Kabuls am 15. August 2021, als die militant-islamistische Bewegung erneut die Herrschaft über das Land übernahm.

Die damals angekündigte Mäßigung ist einer systematischen Entrechtung gewichen. Mädchen dürfen nach der sechsten Klasse keine regulären Schulen mehr besuchen, Frauen sind von Universitäten ausgeschlossen. Ihre Möglichkeiten zu arbeiten wurden ebenfalls erheblich beschnitten, unter anderem im öffentlichen Dienst und bei Nichtregierungsorganisationen. Weitere Vorschriften begrenzen ihre Bewegungsfreiheit und ihre Präsenz im öffentlichen Raum. Viele Afghaninnen sind dadurch wirtschaftlich von männlichen Angehörigen abhängig.

Der Ausschluss vernichtet Einkommen und Bildungschancen, seine Folgen reichen jedoch weiter. Frauen fehlen zunehmend im Gesundheitswesen, in der Verwaltung und in anderen Bereichen, in denen ihre Arbeit für die Versorgung der Bevölkerung wichtig ist. Die Vereinten Nationen warnen deshalb vor langfristigen Schäden für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Afghanistans. UN Women beziffert die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Ausgrenzung von Frauen für die Jahre 2024 bis 2026 auf rund 920 Millionen Dollar.

Besonders schwer lässt sich die psychische Belastung erfassen. Der UN-Ausschuss zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau berichtete 2025 von weitverbreiteten psychischen Problemen unter Afghaninnen. Frauen stellten demnach die Mehrheit der registrierten Suizidversuche. Belastbare landesweite Statistiken gibt es allerdings nicht: Medizinische Versorgung, Meldesysteme und unabhängige Forschung arbeiten unter den herrschenden Bedingungen nur eingeschränkt. Scham, familiärer Druck und fehlende Anlaufstellen dürften zudem dazu führen, dass zahlreiche Fälle nicht erfasst werden.

Zugleich sind viele Institutionen verschwunden, die Betroffenen früher zumindest begrenzten Schutz vor Gewalt und Diskriminierung boten. Nach Angaben von UN Women wurden Einrichtungen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und spezialisierte Rechtsstrukturen weitgehend beseitigt. Richterinnen, Staatsanwältinnen und Anwältinnen verloren ihre beruflichen Zugänge. Beschwerden über Gewalt in Familien gelangen daher noch seltener in ein unabhängiges Verfahren; für Betroffene sinkt die Aussicht auf rechtlichen Schutz.

Die Taliban berufen sich bei ihren Regeln auf ihre Auslegung des islamischen Rechts und weisen internationale Kritik regelmäßig zurück. Ihre Regierung bleibt diplomatisch weitgehend isoliert. Russland ist bislang der einzige Staat, der sie formell anerkannt hat. Die fortdauernde Entrechtung von Frauen und Mädchen gehört zu den wesentlichen Gründen, aus denen andere Regierungen eine Anerkennung verweigern.

Quellen

  • Franceinfo
  • UN Women
  • UN-Ausschuss zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau
  • UNAMA
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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