La Chapelle-Saint-Mesmin – 14.10.2026: Die traditionsreiche Glasfabrik Duralex entgeht der Schließung, allerdings um den Preis eines deutlichen Stellenabbaus. Das Handelsgericht Orléans billigte am Mittwoch die Übernahme durch die Holding Tomé des Unternehmers Cédric Meston. Von den bislang 219 Arbeitsplätzen am Standort La Chapelle-Saint-Mesmin im Département Loiret sollen 155 erhalten bleiben.
Für 64 Beschäftigte bedeutet die Entscheidung dagegen den Verlust ihrer bisherigen Stelle. Angaben zu Abfindungen, Umschulungen oder anderen Begleitmaßnahmen lagen zunächst nicht vor. Das Gericht entschied sich für Tomé und gegen das Angebot der Industriegruppe Carlesimo aus Saint-Étienne. Ausschlaggebend war unter anderem die höhere Zahl der zugesagten Weiterbeschäftigungen.
Duralex stellt seit Jahrzehnten robustes Gebrauchsglas her. Die Trinkgläser der Marke sind in Frankreich eng mit Schulkantinen, Cafés und Familienhaushalten verbunden. Hinter diesem kulturellen Wiedererkennungswert steht jedoch ein Unternehmen, das seit Langem unter hohen Energiekosten, wechselnden Eigentümern und einer unzureichenden Kapitalausstattung leidet. Das aktuelle Verfahren ist bereits die fünfte gerichtlich begleitete Sanierung innerhalb von zwei Jahrzehnten.
Erst im Sommer 2024 hatten Beschäftigte die Fabrik als Arbeitnehmergenossenschaft übernommen. Damals blieben alle Stellen erhalten. Obwohl die Genossenschaft nach eigenen Angaben bei Umsatz und Marge Fortschritte erzielte, reichte ihre Finanzierung nicht aus, um die laufenden Belastungen dauerhaft zu tragen. Am 1. Juni 2026 wurde Duralex erneut unter gerichtliche Sanierungsaufsicht gestellt.
Meston, der bereits Tupperware France übernommen hat, will das Werk mit einer kleineren Belegschaft und ohne die bisherigen Schulden fortführen. Seine Gruppe plant nach Angaben von Orléans Métropole außerdem, bis 2029 einen elektrischen Ofen einzubauen. Dieser soll die energieintensive Glasproduktion klimaverträglicher machen. Welche Investitionen, Genehmigungen und Netzanschlüsse dafür erforderlich sind, ist mit der Übernahmeentscheidung noch nicht abschließend geklärt.
Eine wichtige Rolle spielt der Gemeindeverband Orléans Métropole. Er hatte das Fabrikgelände 2024 für 5,6 Millionen Euro erworben, um die damalige Genossenschaftslösung abzusichern. Für Tomé wurde nun ein Leasingvertrag vereinbart. Damit bleibt die Immobilie in öffentlicher Hand, während der neue Eigentümer den Betrieb führt.
Die Produktion der bekannten Trinkgläser soll weiterlaufen. Für 155 Beschäftigte schafft der Gerichtsbeschluss eine berufliche Perspektive; für 64 Kolleginnen und Kollegen endet die Sanierung mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Duralex bleibt damit als Industriestandort und Marke erhalten, beschäftigt künftig aber deutlich weniger Menschen.
Quellen
- Franceinfo
- Orléans Métropole
- Le Monde
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).