Wirtschaft

Tomé übernimmt Duralex und erhält 155 Arbeitsplätze

Das Handelsgericht von Orléans hat die Übernahme des angeschlagenen Glasherstellers Duralex durch die Holding Tomé gebilligt. Am Standort La Chapelle-Saint-Mesmin bleiben 155 von 219 Stellen erhalten.

La Chapelle-Saint-Mesmin – 14.10.2026: Das Handelsgericht von Orléans hat die Übernahme des Glasherstellers Duralex durch die Holding Tomé unter Führung von Cédric Meston gebilligt. Damit kann die Produktion in La Chapelle-Saint-Mesmin bei Orléans fortgesetzt werden. Nach Angaben von Orléans Métropole bleiben 155 der bislang 219 Arbeitsplätze erhalten. Für 64 Beschäftigte bedeutet der Beschluss dagegen den Verlust ihrer bisherigen Stelle.

Duralex war am 1. Juni 2026 erneut unter gerichtliche Sanierungsaufsicht gestellt worden. Es ist das fünfte entsprechende Verfahren für die traditionsreiche Marke innerhalb von etwas mehr als zwei Jahrzehnten. Erst im Juli 2024 hatten Beschäftigte das Unternehmen in Form einer Produktionsgenossenschaft übernommen. Trotz großer öffentlicher Unterstützung und der Bekanntheit der Marke gelang es der Genossenschaft jedoch nicht, ihre Finanzlage dauerhaft zu stabilisieren.

Die ausgewählte Tomé-Holding übernimmt nach Angaben der Metropole die Produktionsanlagen, die Marke und die Lagerbestände. Das private Kapital für den Neustart soll sich auf zehn Millionen Euro belaufen. Hinzu kommen Darlehen des französischen Staates über vier Millionen Euro sowie jeweils eine Million Euro der Region Centre-Val de Loire und von Orléans Métropole. Die öffentlichen Kredite sollen zu vergleichbaren Bedingungen zurückgezahlt werden.

Die Metropole bleibt Eigentümerin des Fabrikgeländes und hat mit dem Käufer einen Immobilien-Leasingvertrag geschlossen. Die zunächst begrenzte Miete soll schrittweise steigen. Diese Konstruktion soll Investitionen erleichtern und zugleich die laufenden Kosten des neu aufgestellten Unternehmens in der Anfangsphase begrenzen. Die beteiligten Gebietskörperschaften wollen die wirtschaftliche Entwicklung der Manufaktur weiterhin begleiten.

Tomé plant, die Produktion zu modernisieren und das Sortiment zu erneuern. Bis 2029 soll der bisherige Schmelzofen durch einen vollelektrischen Ofen ersetzt werden. Vorgesehen sind zudem ein höherer Anteil von Recyclingglas und Photovoltaikanlagen in Zusammenarbeit mit Orléans Métropole und der lokalen Gesellschaft Orléans Énergies. Der Umbau soll den direkten Ausstoß des Werkes deutlich verringern und seine Abhängigkeit von fossiler Energie reduzieren.

Für die vom Stellenabbau betroffenen Beschäftigten haben Region und Metropole Hilfe bei Weiterbildung und beruflicher Neuorientierung zugesagt. Geplant sind individuelle Begleitung und besondere Jobmessen. Die Behörden verweisen auf die über Jahrzehnte gewachsenen Fachkenntnisse der Belegschaft, die auch für andere Industriebetriebe in der Region von Interesse sein könnten.

Duralex stellt seit mehr als 80 Jahren widerstandsfähiges Gebrauchsglas her. Modelle wie Picardie und Gigogne sind aus französischen Schulkantinen bekannt und werden weit über Frankreich hinaus verkauft. Der Gerichtsbeschluss bewahrt die Marke und einen großen Teil der Fertigung am historischen Standort, während 64 Beschäftigte nun eine neue berufliche Perspektive suchen müssen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Orléans Métropole
  • Le Monde
  • AFP über Boursorama

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels