Wirtschaft

Gericht weist Pigasses Rettungsangebot für Fibre Excellence zurück

Das Handelsgericht von Toulouse hat das Rettungsangebot des Finanzinvestors Matthieu Pigasse für den Zellstoffhersteller Fibre Excellence abgelehnt. An den Standorten Saint-Gaudens und Tarascon stehen rund 670 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Toulouse – 27.07.2026: Das Handelsgericht von Toulouse hat am Montag das Übernahmeangebot des Finanzinvestors Matthieu Pigasse für Fibre Excellence zurückgewiesen. Der Zellstoffhersteller befindet sich seit April in einem gerichtlichen Sanierungsverfahren. Betroffen sind die Werke in Saint-Gaudens im Département Haute-Garonne und Tarascon im Département Bouches-du-Rhône, an denen insgesamt rund 670 Menschen beschäftigt sind.

Nach Angaben des Anwalts des Sozial- und Wirtschaftsausschusses von Fibre Excellence erklärte das Gericht das Angebot für unzulässig, weil die darin enthaltenen aufschiebenden Bedingungen nicht erfüllt worden seien. Pigasses Gruppe Combat Holding hatte ein Finanzierungskonzept im Umfang von mehr als 90 Millionen Euro vorgelegt und zugesagt, beide Standorte sowie sämtliche Arbeitsplätze zu erhalten. Mehrere Beiträge privater und öffentlicher Partner waren nach den vorliegenden Angaben jedoch nicht ausreichend abgesichert.

Der Streit drehte sich zuletzt vor allem um die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen Neustart. Die Investoren verlangten verlässliche Bedingungen für die Energieversorgung, den Umgang mit CO₂-Zertifikaten und die Belieferung der Werke mit Holz. Die französische Regierung verwies nach einer Debatte im Senat auf bereits zugesagte Hilfen, Darlehensgarantien und eine stärkere Beteiligung staatlicher Stellen an der Sicherung der Rohstoffversorgung. Zugleich sollten die Geldgeber weitere private Mittel verbindlich nachweisen.

Die Ablehnung beendet das Sanierungsverfahren noch nicht. Franceinfo zufolge liegt dem Gericht inzwischen ein weiteres Angebot eines Industrieunternehmens vor. Wer dahintersteht, für welchen Standort es gilt und wie viele Arbeitsplätze damit erhalten werden könnten, war am Montag zunächst nicht öffentlich bekannt. Das Gericht muss nun prüfen, ob dieser Vorschlag eine tragfähige Grundlage für die Fortführung eines Teils des Unternehmens bietet.

Für die Belegschaften verschärft der Beschluss eine seit Monaten andauernde Unsicherheit. Beide Fabriken stehen still. Beschäftigte in Saint-Gaudens hatten das Werksgelände seit dem 21. Juli besetzt, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen; auch in Tarascon kam es zu Protesten. Gewerkschaften, Kommunen und die Regionalpolitik hatten Pigasses Vorhaben unterstützt, weil es den Erhalt beider Anlagen und der gesamten Belegschaft vorsah.

Fibre Excellence gilt als letzter großer französischer Hersteller von Marktzellstoff, also Zellstoff, der nicht ausschließlich in angeschlossenen Papierfabriken verarbeitet, sondern am Markt verkauft wird. Die Werke sind eng in die regionale Forst-, Holz- und Papierwirtschaft eingebunden. Damit betrifft das Verfahren neben den Beschäftigten auch Zulieferer, Forstbetriebe und Transportunternehmen.

Das Handelsgericht hatte seine Prüfung des Angebots am 6. Juli um drei Wochen verlängert, damit die Finanzierung nachgebessert werden konnte. Am 27. Juli reichten die zusätzlichen Zusagen nach den vorliegenden Angaben nicht für eine Annahme aus.

Quellen

  • Franceinfo
  • Upday News
  • Senat Frankreich
  • Region Okzitanien
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels