Paris – 30.09.2026: Argentiniens Präsident Javier Milei hat am Mittwoch einen dreitägigen Besuch in Paris begonnen. Anlass ist die erste europäische Ausgabe der Argentina Week, eines Wirtschaftsforums, mit dem Buenos Aires Investoren für Vorhaben in Energie, Bergbau, Landwirtschaft, Infrastruktur und Technologie gewinnen will. Milei wird von Ministern, Provinzgouverneuren und Unternehmern begleitet. Das Programm läuft bis Freitag, den 2. Oktober.
Zum Auftakt ist ein Empfang in der argentinischen Botschaft vorgesehen. In den folgenden Tagen stehen Termine bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Internationalen Energieagentur und mit Vertretern französischer Unternehmen auf dem Programm. Die Reise folgt einer zentralen wirtschaftspolitischen Linie der Regierung Milei: Ausländisches Kapital soll Devisen ins Land bringen und Projekte in den rohstoffreichen Provinzen finanzieren.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem angekündigten Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Beide Staatschefs kennen sich von früheren Begegnungen, darunter Macrons Besuch in Buenos Aires im November 2024. Damals vereinbarten Frankreich und Argentinien, ihre Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen, Kernenergie, Raumfahrt und künstlicher Intelligenz auszubauen. Daran soll die Pariser Reise anknüpfen.
Frankreich gehört bereits zu den wichtigen europäischen Investoren in Argentinien. Nach Angaben der französischen Generaldirektion des Schatzamts stieg der Bestand französischer Direktinvestitionen dort 2024 um 73 Prozent. Frankreich rückte damit auf Rang sechs unter den ausländischen Investoren vor. Französische Unternehmen sind im Land unter anderem in der Energie-, Automobil-, Bergbau-, Gesundheits- und Lebensmittelwirtschaft tätig.
Für Milei findet der Werbetermin in einer Phase widersprüchlicher Konjunktursignale statt. Das argentinische Statistikamt INDEC meldete für das zweite Quartal 2026 ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum ersten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt saisonbereinigt jedoch um 0,6 Prozent. Die Regierung verweist auf Deregulierung und Haushaltskonsolidierung; zugleich erschwert die schwache Binnenkonjunktur ihr Versprechen eines raschen Aufschwungs.
Der Besuch ist in Frankreich politisch umstritten. Ein Bündnis linker und argentinischer Gruppen hat für Mittwochabend zu einer Kundgebung vor der argentinischen Botschaft aufgerufen. Die Veranstalter kritisieren Mileis Kürzungspolitik, Einschnitte bei öffentlichen Dienstleistungen und den Umgang mit sozialen Protesten. Hinweise auf größere Störungen der offiziellen Termine lagen am Mittwochmorgen nicht vor.
Die Argentina Week wurde zuvor in New York veranstaltet. In Paris richtet sich der Blick vor allem auf mögliche Finanzierungszusagen. Für französische Unternehmen sind Argentiniens Lithium-, Kupfer- und Energievorkommen attraktiv; Milei wiederum braucht privates Kapital, um seine wirtschaftspolitische Öffnung mit konkreten Investitionen zu unterfüttern.
Quellen
- Franceinfo
- Argentina Week Paris
- INDEC – Instituto Nacional de Estadística y Censos
- Direction générale du Trésor
- Swissinfo
- La Nación
- Agenda Militant Indépendant
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).