Saint-Paul-de-Vence – 08.09.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will ein internationales Festival für Videospiele schaffen. Er kündigte das Vorhaben am Montag beim Sommet Lumière in Saint-Paul-de-Vence an der Côte d’Azur an. Der erstmals veranstaltete Gipfel befasste sich mit der Zukunft von Film, audiovisuellen Medien und animierten Bildern. Das geplante Festival soll Kreative, Unternehmen und Publikum zusammenbringen.
Bislang handelt es sich um eine politische Ankündigung ohne festgelegte Umsetzung. Weder der Élysée-Palast noch das französische Kulturministerium nannten einen Austragungsort, einen Termin, ein Budget oder eine verantwortliche Organisation. Offen ist ebenso, ob das Festival vor allem als öffentliches Kulturereignis, Branchenmesse oder Markt für Studios, Verlage und Investoren konzipiert werden soll. Von diesen Entscheidungen hängt ab, welche kulturpolitische und wirtschaftliche Funktion es erfüllen kann.
Macron ordnete Videospiele ausdrücklich der französischen Kulturpolitik zu. Damit knüpft er an das Prinzip der kulturellen Ausnahme an, mit dem Frankreich seit Jahrzehnten die eigene Film- und audiovisuelle Produktion gegenüber der Marktmacht internationaler Anbieter schützt. Auch die Spielebranche profitiert bereits von staatlichen Instrumenten, darunter Steuervergünstigungen und Förderprogramme des Centre national du cinéma et de l’image animée.
Der Sommet Lumière gab der Ankündigung einen internationalen Rahmen. Macron leitete die Veranstaltung gemeinsam mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung. Nach Angaben des Élysée-Palasts nahmen mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen teil. Sie kamen aus 60 Staaten, Regionen und internationalen Organisationen. Zum Abschluss verabschiedete der Gipfel eine Erklärung zu Urheberrecht, kultureller Vielfalt, künstlicher Intelligenz und nachhaltiger Produktion.
Die französische Regierung verbindet Kulturförderung seit Langem mit Industriepolitik. Eine im Finanzgesetz für 2026 beschlossene Reform des Steuerkredits für internationale Produktionen habe seit Jahresbeginn Ausgaben von mehr als 600 Millionen Euro in Frankreich ausgelöst, teilte der Élysée-Palast mit. Bis Ende 2026 könnten die dadurch angestoßenen Investitionen nach staatlicher Prognose eine Milliarde Euro überschreiten.
Für die Spielebranche wäre ein international sichtbares Festival zunächst eine zusätzliche Plattform, jedoch noch kein Förderinstrument. Mit der Paris Games Week verfügt Frankreich bereits über eine etablierte Großveranstaltung. Ein neues Format müsste sich davon erkennbar abheben, etwa durch stärkere internationale Vertriebsbeziehungen, Präsentationen französischer Studios oder Kontakte zu Geldgebern.
Die Ankündigung folgt dem Ziel, Frankreich als Standort der Bild- und Kreativwirtschaft international zu stärken. Nach Angaben des Élysée-Palasts beschäftigen Film, audiovisuelle Medien und animierte Bilder im Land rund 260.000 Menschen. Weitere Einzelheiten zum Festival veröffentlichte die Regierung zunächst nicht.
Quellen
- Franceinfo
- Élysée-Palast
- Französisches Kulturministerium
- Cutscene
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).