Politik & Gesellschaft

Marine Tondelier wirbt weiter für eine gemeinsame Linkskandidatur

Die grüne Präsidentschaftsbewerberin hält trotz Differenzen mit der Sozialistischen Partei an einer gemeinsamen Kandidatur der französischen Linken für 2027 fest. Zugleich fordert sie Entlastungen bei Kraftstoffpreisen und Hilfen für dürregeschädigte Landwirte.

Paris – 09.09.2026: Marine Tondelier hat ihren Anspruch bekräftigt, die französische Linke vor der Präsidentschaftswahl 2027 zusammenzuführen. Die Kandidatin der Partei Les Écologistes sagte am Mittwoch in der Sendung "Les 4 Vérités" des Fernsehsenders France 2, sie werde stets "Teil der Lösung" sein. Trotz erheblicher Differenzen mit der Sozialistischen Partei hält sie an einer gemeinsamen Kandidatur des linken Lagers fest.

Ihr Vorstoß richtet sich gegen dessen fortschreitende Zersplitterung. Mehrere Parteien und Persönlichkeiten bereiten eigene Kampagnen vor, zugleich herrscht Streit darüber, welche Kräfte an einem Bündnis beteiligt werden sollen. Tondelier versucht, die Möglichkeit einer Verständigung offenzuhalten, ohne ihre eigene Bewerbung zurückzunehmen. Sie verbindet damit parteipolitische Eigenständigkeit mit dem Angebot, sich später auf eine gemeinsame Kandidatin oder einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen.

Bereits im August hatte Tondelier gemeinsam mit führenden Vertretern ihrer Partei bilaterale Gespräche mit allen linken Parteien angeregt. Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehörten die Fraktionsvorsitzende Cyrielle Chatelain, der Senator Guillaume Gontard und der Europaabgeordnete David Cormand. Die Gespräche sollten nach ihrem Willen keine politische Kraft von vornherein ausschließen. Der Vorschlag traf allerdings auf Parteien, die unterschiedliche Verfahren bevorzugen und teils bereits eigene Kandidaturen verfolgen.

Bei ihrem Fernsehauftritt sprach Tondelier auch über die stark gestiegenen Kraftstoffpreise. Für Haushalte außerhalb der großen Ballungsräume sind die Kosten an der Zapfsäule besonders spürbar, weil viele Menschen dort auf das Auto angewiesen sind. Die Grünenpolitikerin verknüpfte die Kaufkraftfrage mit ihrer Forderung, soziale Entlastung und ökologischen Umbau enger aufeinander abzustimmen.

Ein weiteres Thema waren Hilfen für Landwirte, die unter der anhaltenden Trockenheit leiden. Der Sommer 2026 war in mehreren Regionen Frankreichs von Hitze, Wassermangel und schweren Bränden geprägt. Tondelier verlangt, staatliche Unterstützung dürfe sich nicht auf die Regulierung akuter Schäden beschränken. Landwirtschaftliche Betriebe müssten auch bei der Anpassung an häufigere Dürren und beim sparsameren Umgang mit Wasser unterstützt werden.

Zudem plädierte sie für ein zeitlich begrenztes Jagdverbot in Gebieten, die von Wald- und Vegetationsbränden betroffen sind. Die Maßnahme soll geschwächte Wildbestände schützen und den betroffenen Flächen nach den Bränden Ruhe geben. In ländlichen Regionen dürfte der Vorschlag allerdings auf Widerstand von Jagdverbänden und Teilen der Landwirtschaft stoßen.

Tondelier will Klimafolgen, Kaufkraft und den Schutz ländlicher Räume zur Grundlage eines gemeinsamen linken Programms machen. Ob das Bündnis zustande kommt, ist offen: Sozialisten, Grüne, La France insoumise und weitere linke Kräfte verfolgen bislang unterschiedliche Strategien für 2027.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Marine Tondelier – Kampagnenseite

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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