Politik & Gesellschaft

Mediapart veröffentlicht neue Belege gegen Jordan Bardella

Mediapart will eine direkte Verbindung zwischen Jordan Bardellas offiziellem Twitter-Konto und einem Messenger-Verlauf mit antisemitischen Aussagen nachgewiesen haben. Der Vorsitzende des Rassemblement National weist die Zuschreibung weiterhin zurück.

Paris – 09.10.2026: Das französische Recherchemedium Mediapart hat weitere Unterlagen zu antisemitischen Nachrichten veröffentlicht, die es Jordan Bardella, dem Vorsitzenden des Rassemblement National, zuschreibt. Ein Dokument vom September 2013 stelle eine direkte Verbindung zwischen Bardellas damaligem offiziellen Twitter-Konto und jenem Facebook-Messenger-Verlauf her, aus dem die beanstandeten Aussagen stammen sollen. Bardella bestreitet, der Verfasser gewesen zu sein.

Die neuen Angaben ergänzen eine Recherche, die Mediapart am 28. September veröffentlicht hatte. Das Medium legte damals private Messenger-Unterhaltungen aus den Jahren 2013 und 2014 vor. Darin werden Bardella antisemitische und verschwörungsideologische Äußerungen zugeschrieben. Er war zu jener Zeit ein junger Aktivist des Front National, der sich 2018 in Rassemblement National umbenannte.

Mediapart begründet die Zuordnung mit mehreren, nach eigener Darstellung voneinander unabhängigen Elementen. Zwei frühere Personen aus Bardellas Umfeld hätten der Redaktion Gesprächsverläufe übermittelt. Eine Quelle habe beim Facebook-Mutterkonzern Meta einen Export ihrer Messenger-Daten angefordert. Das erhaltene Material sei anschließend von einem Gerichtsvollzieher dokumentiert worden. Damit will die Redaktion ausschließen, dass die betreffende Unterhaltung nachträglich verändert wurde.

Die am Freitag veröffentlichten Elemente sollen insbesondere die Identität des damaligen Gesprächspartners erhärten. Nach Angaben von Mediapart finden sich in dem Schriftwechsel biografische Hinweise auf Bardellas Familie, seine politischen Aktivitäten, sein Studium und eine Bewerbung bei der Hochschule Sciences Po. Vier weitere frühere Gesprächspartner hätten zudem Unterlagen vorgelegt, die belegen sollen, dass Bardella im fraglichen Zeitraum Zugang zu seinem Facebook-Konto hatte.

Politisch bedeutsam ist vor allem die behauptete Verbindung zu einem offiziellen Twitter-Konto. Der Rassemblement National hatte die Zuschreibung bislang grundsätzlich bestritten. Bardella bezeichnete die Vorwürfe nach der ersten Veröffentlichung als grobe Fälschungen. Auf einer Pressekonferenz seiner Partei am 6. Oktober wies er sowohl die Nachrichten als auch die von Mediapart erläuterte Authentifizierungsmethode erneut zurück.

Damit stehen sich weiterhin zwei unvereinbare Darstellungen gegenüber: Mediapart beruft sich auf Datenexporte, dokumentierte Gesprächsverläufe und Aussagen früherer Kontakte; Bardella bestreitet die Urheberschaft vollständig. Die Affäre betrifft einen zentralen Anspruch der Parteiführung, den Rassemblement National vom antisemitischen Erbe des früheren Front National gelöst zu haben. Marine Le Pen stellte sich nach den ersten Veröffentlichungen hinter Bardella und hielt öffentlich an ihrem Vertrauen in den Parteivorsitzenden fest.

Die nun vorgelegten Unterlagen ändern zunächst nichts an Bardellas Dementi. Sie erhöhen jedoch den politischen Druck auf ihn, die von Mediapart behauptete Verknüpfung seiner damaligen Konten im Einzelnen zu erklären.

Quellen

  • Franceinfo
  • Mediapart
  • Public Sénat

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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