Cournon-d'Auvergne – 11.10.2026: Jean-Luc Mélenchon hat bei einer Kundgebung im Zénith d'Auvergne nahe Clermont-Ferrand für ein Wahlrecht ab 16 Jahren und die Abschaffung der Hochschulplattform Parcoursup geworben. Vor mehreren Tausend Anhängern rückte der Kandidat von La France insoumise damit Jugend und Bildung in den Vordergrund seiner Kampagne für die französische Präsidentschaftswahl 2027. Auch Vertreter der Schülerproteste traten auf die Bühne.
Mélenchon stellte die Demonstrationen von Gymnasiasten als Ausdruck politischer Reife dar. Die Proteste richten sich seit Ende September in mehreren Städten gegen aus Sicht der Beteiligten unzureichende Mittel für Schulen und gegen Auswahlmechanismen beim Hochschulzugang. Der linke Kandidat verbindet den aktuellen Konflikt mit Forderungen, die sein politisches Lager bereits seit Jahren vertritt.
Über Parcoursup werden in Frankreich Bewerbungen für einen großen Teil der Studiengänge nach dem Baccalauréat abgewickelt. Die zentrale Plattform bündelt die Wünsche der Schulabgänger und die Entscheidungen der Hochschulen. Kritiker bemängeln die Auswahlkriterien, schwer nachvollziehbare Ablehnungen und den hohen Druck auf die Bewerber. Mélenchon hält das Verfahren für unvereinbar mit seinem Verständnis eines öffentlichen Hochschulwesens, das grundsätzlich allen offenstehen soll.
Mit der Abschaffung wäre allerdings noch nicht geklärt, wie begehrte Studienplätze künftig verteilt werden könnten. Neben weitgehend offenen Studiengängen gibt es Ausbildungen mit begrenzter Kapazität, etwa in Gesundheitsberufen oder technischen Fachrichtungen. Bei der Kundgebung dominierte die politische Grundsatzforderung; ein ausgearbeitetes Ersatzverfahren für die Vergabe knapper Plätze präsentierte Mélenchon dem Bericht von Franceinfo zufolge nicht.
Auch ein Wahlrecht ab 16 Jahren würde eine grundlegende Änderung bedeuten. Bei nationalen Wahlen dürfen französische Staatsbürger bislang erst mit 18 Jahren abstimmen. Befürworter einer Absenkung verweisen darauf, dass politische Entscheidungen Jugendliche langfristig betreffen und frühe Beteiligung demokratische Gewohnheiten fördern könne. Kritiker fordern dagegen zunächst mehr politische Bildung und bezweifeln, dass ein niedrigeres Wahlalter dauerhaft zu höherer Beteiligung führt.
Der Auftritt fiel in eine Phase wachsender Konkurrenz innerhalb der französischen Linken vor der Wahl im April 2027. Mélenchon versucht, die Unzufriedenheit junger Menschen mit Schulen und Hochschulzugang in politische Unterstützung zu übersetzen. Seine vierte Präsidentschaftskandidatur richtet sich damit gezielt an Schüler, Studierende und junge Berufseinsteiger.
Beide Vorhaben wären nach einem Wahlsieg auf parlamentarische Mehrheiten angewiesen. Während sich das niedrigere Wahlalter gesetzlich festschreiben ließe, müsste für Parcoursup zugleich ein neues Zulassungsverfahren geschaffen werden. Wie knappe Studienplätze verteilt und Auswahlentscheidungen transparent geregelt werden sollen, ließ Mélenchon bei seinem Auftritt offen.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Le Monde
- Jean-Luc Mélenchon
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).