Politik & Gesellschaft

MoDem sucht vor der Präsidentenwahl 2027 ein Bündnis der Mitte

François Bayrou bringt bei der Herbsttagung des MoDem unterschiedliche Kräfte der politischen Mitte zusammen. Ein gemeinsamer Kandidat für die Präsidentenwahl 2027 zeichnet sich bislang jedoch nicht ab.

L'Isle-sur-la-Sorgue – 19.09.2026: Der Mouvement démocrate hat seine Herbsttagung im südfranzösischen L'Isle-sur-la-Sorgue mit einem Aufruf zur Zusammenarbeit der politischen Mitte eröffnet. Parteichef François Bayrou versammelt dort vom 18. bis 20. September Vertreter unterschiedlicher gemäßigter Strömungen. Gut ein halbes Jahr vor der Präsidentenwahl 2027 geht es um die Frage, ob aus dieser politischen Nachbarschaft eine gemeinsame Strategie entstehen kann.

Als Ehrengast wurde Jean-Louis Borloo angekündigt, ehemaliger Minister und früherer Vorsitzender der Union des démocrates et indépendants. Bereits zum Auftakt sprach der frühere Premierminister Bernard Cazeneuve. Bayrou und Cazeneuve warben für eine Verständigung über bestehende Parteigrenzen hinweg. Frankreich müsse auf internationale Krisen, wirtschaftliche Belastungen und institutionelle Probleme mit gemeinsamen Antworten reagieren, lautete ihre Botschaft. Eine Vereinbarung über ein Wahlbündnis oder eine Kandidatur legten sie nicht vor.

Die Auswahl der Gäste macht den Anspruch der Veranstaltung deutlich. Neben Borloo und Cazeneuve wurden auch die frühere Premierministerin Élisabeth Borne, der ehemalige EU-Kommissar Thierry Breton und der Präsident der Region Hauts-de-France, Xavier Bertrand, erwartet. Damit führt der MoDem Persönlichkeiten zusammen, deren politische Laufbahnen vom sozialdemokratischen Lager über den liberalen Macronismus bis in die gemäßigte Rechte reichen. Gemeinsam ist ihnen vor allem die Abgrenzung von Rassemblement National und La France insoumise.

Bayrou beschreibt die Tagung als Raum für Gespräche, nicht als Bühne für die Präsentation eines bereits bestimmten Bewerbers. Sein MoDem hat bislang nicht entschieden, wen er 2027 unterstützen will. Zunächst soll ausgelotet werden, ob sich die verschiedenen Kräfte auf politische Grundlinien und ein gemeinsames Vorgehen verständigen können. Gerade die breite Gästeliste lässt allerdings erkennen, wie schwierig dieser Anspruch ist: Die Teilnehmer bringen eigene Ambitionen, unterschiedliche Parteibindungen und teils gegensätzliche Vorstellungen über das Erbe der Präsidentschaft Emmanuel Macrons mit.

Für Bayrou ist die Rolle des Vermittlers vertraut. Seit Jahren wirbt er für ein eigenständiges Zentrum, das Bündnisse ermöglicht, ohne seine politische Identität aufzugeben. Bei der Zusammenkunft im Département Vaucluse versucht der MoDem nun, diesen Anspruch auf die Zeit nach Macron zu übertragen. Cazeneuve sprach sich dabei für republikanische Zusammenarbeit und politische Verantwortung aus. Bayrou verwies auf die Schwere der gesellschaftlichen und politischen Lage. Beide vermieden eine Festlegung auf eine Person oder ein verbindliches Programm.

Die Herbsttagung endet am 20. September. Bis dahin sind weitere Gesprächsrunden mit Mandatsträgern sowie früheren Mitgliedern französischer Regierungen vorgesehen. Ein Kandidat des MoDem für die Präsidentenwahl 2027 steht weiterhin nicht fest.

Quellen

  • Franceinfo
  • Mouvement démocrate
  • Le Monde
  • Le Dauphiné Libéré

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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