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Aktuell · 06.07.2026 07:06

Musée Lalique in Wingen‑sur‑Moder nach Einbruch geschlossen – Schmuck im Millionenwert gestohlen

Unbekannte haben in der Nacht auf den 5. Juli Vitrinen im Musée Lalique aufgebrochen und mehrere Dutzend Schmuckstücke entwendet. Die Gendarmerie ermittelt, das Haus bleibt vorerst geschlossen.

Wingen‑sur‑Moder – 05.07.2026: In den frühen Morgenstunden des 5. Juli ist das Musée Lalique im elsässischen Wingen‑sur‑Moder zum Ziel eines Einbruchs geworden. Eine Mitarbeiterin bemerkte am Morgen eine beschädigte Eingangstür sowie eingeschlagene Vitrinen. Trotz Alarmsicherung konnten die Täter fliehen. Die Museumsleitung setzte den Betrieb umgehend aus, um Schäden zu begutachten und Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen.

Nach übereinstimmenden Angaben der Ermittler beläuft sich der Schaden auf mehrere Millionen Euro. Entwendet wurden demnach mehrere Dutzend Schmuckstücke aus der Lalique‑Sammlung. Das Museum bewahrt rund 650 Arbeiten des Schmuck‑ und Glaskünstlers René Lalique (1860–1945) auf; betroffen ist vor allem der Bereich mit historischen Schmuckarbeiten, nicht die Abteilung mit Parfumflakons. Eine genaue Aufstellung der fehlenden Objekte steht noch aus, die Inventur läuft.

Die Gendarmerie im Département Bas‑Rhin hat eine Ermittlungsgruppe eingesetzt. Vor Ort sind Kräfte der Brigade von Bouxwiller, die Brigade de recherche in Saverne sowie kriminaltechnische Teams aus Straßburg im Einsatz. Sie sichern Spuren, werten Videoaufnahmen aus und befragen Personal sowie potenzielle Zeugen. Hinweise zu Tatwerkzeugen, Fluchtroute oder möglicher Mittäter lagen bis zum Abend nicht vor. Die Behörden bitten Personen, die in den frühen Morgenstunden verdächtige Beobachtungen in der Umgebung des Museums gemacht haben, sich zu melden.

Der Vorfall sorgt in der Region für Bestürzung. Franck Leroy, Präsident der Region Grand Est, sprach von einer schweren Beeinträchtigung des kulturellen Erbes und forderte eine zügige Aufklärung. Auch die Museumsleitung kündigte enge Zusammenarbeit mit den Ermittlern an und betonte, die Rückführung der Werke habe oberste Priorität. Parallel prüft das Haus seine Sicherheitsarchitektur, darunter Zutrittsregelungen, mechanische Sicherungen und Alarmsysteme. Termine für eine Wiedereröffnung werden erst nach Abschluss der Sofortmaßnahmen genannt.

Kunstdiebstähle in spezialisierten Häusern treffen oft gezielt Sammlungen mit gut dokumentierten, international gefragten Objekten. Experten verweisen darauf, dass der Weiterverkauf solcher Stücke im regulären Kunsthandel wegen klarer Provenienzen schwierig ist; denkbar sind daher Vermittlungsversuche im Schwarzmarkt oder Erpressungsszenarien. In Frankreich sind Gendarmerie‑ und Polizeieinheiten für Kunstkriminalität spezialisiert, darunter die Zentralstelle OCBC, die häufig mit Interpol und Zollbehörden zusammenarbeitet. Ob sie in diesem Fall bereits eingebunden ist, blieb zunächst offen.

Bis auf Weiteres bleibt das Musée Lalique geschlossen. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich über die offiziellen Kanäle des Hauses über Neuigkeiten zur Wiedereröffnung und zum Stand der Ermittlungen zu informieren.

Quellen

  • Le Parisien
  • TF1 Info
  • Tagesschau
  • Anadolu Agency
  • franceinfo

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