Politik & Gesellschaft

Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Hassbotschaften gegen Teddy Riner

Nach rassistischen Beleidigungen und mutmaßlichem Cybermobbing gegen Teddy Riner ermittelt die Pariser Staatsanwaltschaft. Die Angriffe folgten auf Äußerungen des Judoka zum Erstarken der extremen Rechten.

Paris – 24.09.2026: Die Pariser Staatsanwaltschaft hat wegen zahlreicher Hassbotschaften gegen den Judoka Teddy Riner ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Geprüft werden der Verdacht der öffentlichen rassistischen Beleidigung und des Cybermobbings. Nach Angaben der Justiz wurden die Nachrichten vor allem über die Plattformen X und Instagram verbreitet. Die Staatsanwaltschaft nahm das Verfahren von sich aus auf.

Den digitalen Angriffen waren politische Äußerungen Riners in der Fernsehsendung Stade 2 vorausgegangen. Der 37-Jährige hatte sich besorgt über das Erstarken der extremen Rechten in Frankreich gezeigt und die Entwicklung des Landes als beunruhigend bezeichnet. Daraufhin wurde der fünffache Olympiasieger in sozialen Netzwerken und von Medien aus dem rechtsextremen Umfeld scharf angegriffen.

Mit der Aufnahme der Ermittlungen steht noch nicht fest, ob und gegen wen Anklage erhoben wird. Zunächst müssen die Ermittler die veröffentlichten Beiträge sichern und einzeln bewerten. Dabei geht es um die Frage, ob bestimmte Nachrichten die strafrechtlichen Voraussetzungen einer rassistischen Beleidigung oder einer gezielten digitalen Belästigung erfüllen. Ebenso müssen die Verantwortlichen hinter möglicherweise anonymen oder unter falschen Namen geführten Konten identifiziert werden.

Der Vorgang fällt in eine breitere Auseinandersetzung über die Sprache der extremen Rechten. Der Abgeordnete Jean-Philippe Tanguy vom Rassemblement National hatte am 23. September die Worte "Arbeit macht frei" verwendet. Die Formel stand an den Toren mehrerer nationalsozialistischer Konzentrationslager, darunter Auschwitz, und ist untrennbar mit dem nationalsozialistischen Terror und der Vernichtungspolitik verbunden.

Tanguy wies die Kritik zurück. Seine Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden; er habe nichts Verwerfliches gesagt. Auch Louis Aliot, Vizepräsident des Rassemblement National, verteidigte den Abgeordneten öffentlich. Die Kontroverse betrifft damit den politischen Umgang mit einer historisch eindeutig belasteten Formel. Sie ist von den Ermittlungen zu den Angriffen auf Riner juristisch getrennt.

Riner zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten Sportlern Frankreichs. Er gewann fünf olympische Goldmedaillen und zwölf Weltmeistertitel. Gerade deshalb finden seine Wortmeldungen über den Sport hinaus große Beachtung. Seine Äußerungen in Stade 2 waren keine Wahlempfehlung für eine Partei, sondern eine persönliche Einschätzung des gesellschaftlichen und politischen Klimas vor der französischen Präsidentschaftswahl 2027.

Das Ermittlungsverfahren richtet sich ausschließlich gegen mögliche Urheber strafbarer Botschaften, nicht gegen Riners politische Stellungnahme. Ob einzelne Beiträge strafrechtlich relevant waren und wem sie zugeordnet werden können, ist nun Gegenstand der Untersuchung der Pariser Justiz.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • L'Équipe

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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