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À la une · 25.10.2024 08:25

Paul Watson weiterhin in Haft: Agnès Pannier-Runacher fordert Freilassung des Walschützers

Die Situation rund um den Gründer der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, Paul Watson, spitzt sich weiter zu. Seine Inhaftierung in einem grönländischen Gefängnis wurde erneut verlängert – diesmal bis zum 13. November. Der Aktivist, der...

Die Situation rund um den Gründer der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, Paul Watson, spitzt sich weiter zu. Seine Inhaftierung in einem grönländischen Gefängnis wurde erneut verlängert – diesmal bis zum 13. November. Der Aktivist, der sich seit über drei Monaten in Haft befindet, wartet auf die Entscheidung der dänischen Regierung über seine mögliche Auslieferung nach Japan. Währenddessen hat Watson politisches Asyl in Frankreich beantragt, wo er normalerweise lebt. Doch diese Anfrage trifft auf juristische Hürden.

https://twitter.com/CaptPaulWatson/status/1849062190378016946

Ein Ruf nach Freiheit

Frankreichs Ministerin für den ökologischen Wandel, Agnès Pannier-Runacher, hat sich deutlich positioniert: Sie fordert die Freilassung des Walschützers. Am 24. Oktober erklärte sie gegenüber dem Sender Franceinfo, dass sie bereits Gespräche mit ihrem dänischen Amtskollegen geführt habe und sich weiterhin für Watsons Freilassung einsetzen werde. „Ich habe es meinem dänischen Kollegen gesagt und werde es erneut wiederholen“, versicherte Pannier-Runacher. Sie stellte klar, dass aus französischer Sicht die Vorwürfe, die gegen Watson erhoben werden, „keine Haft rechtfertigen“.

Asylantrag und rechtliche Herausforderungen

Am 16. Oktober stellte Paul Watson offiziell einen Antrag auf politisches Asyl in Frankreich, wo er sich seit einiger Zeit niedergelassen hat. In einem Brief an den französischen Präsidenten, der von Sea Shepherd France in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, beschreibt Watson, dass Japan ihn aus „politischen und nicht juristischen Gründen“ verfolge. Er ist der Meinung, dass er für seinen langjährigen Einsatz gegen den Walfang verfolgt wird. Watson kämpft seit Jahrzehnten mit seiner Organisation gegen den kommerziellen Walfang und andere Umweltsünden, was ihm internationale Anerkennung, aber auch zahlreiche Feinde eingebracht hat.

Doch Agnès Pannier-Runacher wies auf eine zentrale juristische Hürde hin: „Um politisches Asyl zu gewähren oder es überhaupt prüfen zu können, muss die Person auf französischem Boden sein“, erklärte die Ministerin. Dies stellt ein Dilemma dar, da Watsons derzeitige Inhaftierung einen Aufenthalt in Frankreich verhindert – und somit auch die Bearbeitung seines Asylantrags.

https://twitter.com/SeaShepherdFran/status/1848707179127116170

Unterstützung von Politikern und Aktivisten

Paul Watson, der für seinen kompromisslosen Einsatz für den Schutz der Meere bekannt ist, erhält breite Unterstützung von politischen Persönlichkeiten in Frankreich. Mehrere Abgeordnete und bekannte Persönlichkeiten haben sich öffentlich hinter ihn gestellt und fordern eine Lösung. Auch die französische Regierung steht unter Druck: Am 17. Oktober erklärte die Regierungssprecherin, dass die Frage des Asylantrags noch nicht abschließend geklärt sei.

Watson ist für seine Aktionen in den internationalen Gewässern bekannt und berüchtigt, bei denen er illegalen Walfängern und Fischern mit drastischen Maßnahmen entgegengetreten ist. Diese Aktionen, so argumentieren seine Unterstützer, seien stets aus ethischen Gründen und zum Schutz der Umwelt erfolgt. Seine Verhaftung im August auf grönländischem Boden erfolgte jedoch aufgrund eines internationalen Haftbefehls, den Japan wegen Watsons früherer Einsätze gegen den Walfang ausgestellt hatte.

Ein komplexes juristisches Geflecht

Die Frage um Watsons Inhaftierung und Auslieferung ist rechtlich kompliziert. Während Japan ihn seit Jahren für seine Anti-Walfang-Aktionen strafrechtlich verfolgen will, wird Watson in vielen Ländern, einschließlich Frankreich, als Held der Umweltbewegung gefeiert. In Frankreich, wo er sich niederlassen wollte, erhoffte sich der Aktivist Schutz vor der japanischen Justiz. Doch die Tatsache, dass er in Grönland inhaftiert wurde, bevor er die französische Grenze erreichen konnte, verkompliziert die Angelegenheit erheblich.

Die Bedeutung der Freilassung für den Asylantrag

Wie Pannier-Runacher betonte, liegt der Schlüssel zu einer möglichen Lösung in der Freilassung Watsons. Nur dann kann er seinen Antrag auf politisches Asyl in Frankreich persönlich vor Ort einreichen und prüfen lassen. Ohne seine Freilassung bleibt der Antrag in der Schwebe – ein Zustand, der für Watson, seine Unterstützer und die französische Regierung gleichermaßen frustrierend ist.

Während die dänischen Behörden weiterhin über die Auslieferung beraten, bleibt Watsons Zukunft ungewiss. Die internationale Gemeinschaft, insbesondere Umweltaktivisten, verfolgen den Fall mit großer Aufmerksamkeit. Die Frage bleibt: Wird es Paul Watson gelingen, dem langen Arm der japanischen Justiz zu entkommen und in Frankreich Schutz zu finden? Oder wird die dänische Regierung letztendlich der Auslieferung zustimmen?

Die kommenden Wochen könnten entscheidend für das Schicksal des Walschützers sein – und für den Kampf um den Schutz der Meere, den er seit Jahrzehnten anführt.

https://twitter.com/franceinfo/status/1849350052847706379

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