Politik & Gesellschaft

Prozess um Mias Entführung und mutmaßliche Umsturzpläne beginnt

Rémy Daillet-Wiedemann und 14 Mitangeklagte stehen seit Dienstag in Paris vor Gericht. Verhandelt werden die Entführung der achtjährigen Mia im Jahr 2021 und mutmaßliche Pläne für Angriffe auf staatliche Institutionen.

Paris – 15.09.2026: Fünf Jahre nach der Entführung der damals achtjährigen Mia hat am Dienstag vor dem Pariser Strafgericht der Prozess gegen den Verschwörungsideologen Rémy Daillet-Wiedemann und 14 Mitangeklagte begonnen. Die Anklage verbindet den Fall des Kindes mit mutmaßlichen Plänen des Netzwerks, staatliche Institutionen anzugreifen und die Regierung zu stürzen.

Mia war im April 2021 aus dem Haus ihrer Großmutter in den Vogesen geholt worden, bei der sie damals lebte. An der Aktion waren mehrere Personen beteiligt. Fünf Tage später fanden Ermittler das Mädchen gemeinsam mit seiner Mutter in einem besetzten Gebäude in der Schweiz. Die Mutter, Lola M., gehört ebenfalls zu den Angeklagten.

Daillet-Wiedemann soll nach Darstellung der Anklage eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung der Entführung gespielt haben. Ihm wird unter anderem die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung zur Vorbereitung terroristischer Taten vorgeworfen. Die Hauptverhandlung muss klären, welche Absprachen tatsächlich getroffen wurden und welche Verantwortung den einzelnen Beschuldigten zukommt. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für alle Angeklagten die Unschuldsvermutung.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler betrachtete das Netzwerk die Entführung nicht als isolierte Aktion. Sie soll vielmehr als Test für ein umfassenderes Vorhaben gedient haben, das unter dem Namen Projekt Azur geführt wurde. Die Justiz geht dem Verdacht nach, dass die Beteiligten Aktionen gegen staatliche Einrichtungen vorbereiteten und dabei bis zu einem Umsturz gedacht haben sollen.

Die Anklage beschreibt ein konspirativ organisiertes Milieu, das sich seit Herbst 2020 formiert habe. Daillet-Wiedemann lebte zu dieser Zeit in Malaysia und verbreitete über das Internet verschwörungsideologische Botschaften. Darin trat er für einen autoritär geführten Staat ein und rief zum Sturz der französischen Regierung auf. Im Prozess genügt diese politische Radikalität allein jedoch nicht: Das Gericht muss prüfen, ob daraus konkrete strafbare Vorbereitungen, belastbare Absprachen und zurechenbare Handlungen entstanden.

Die 15 Angeklagten stammen aus unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Verhältnissen. Zum Auftakt wurden zunächst ihre Personalien festgestellt und der Rahmen des umfangreichen Verfahrens abgesteckt. Daillet-Wiedemann wurde nach Angaben französischer Medien als einziger Angeklagter aus der Haft in den Gerichtssaal gebracht.

Für Mia war die Entführung nach fünf Tagen beendet. Vor Gericht geht es nun auch darum, ob das Kind gezielt in ein größeres politisches Vorhaben hineingezogen wurde. Grundlage der Urteilsfindung sollen die Aussagen der Beteiligten, ihre Kommunikation und die weiteren Ermittlungsergebnisse sein.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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