Paris – 24.09.2026: Kurz vor einem gemeinsamen Abendinterview von Emmanuel Macron bei TF1 und France 2 hat Andréa Kotarac, Sprecher des Rassemblement National und Regionalrat in Auvergne-Rhône-Alpes, die internationale Bilanz des französischen Präsidenten scharf angegriffen. Frankreich habe unter Macron außenpolitisch an Gewicht verloren, sagte Kotarac bei Franceinfo. Der Vorwurf fiel in einer Diskussion über die demokratische und internationale Bilanz der Präsidentschaft.
Macron sollte am Donnerstag, dem 24. September, um 20 Uhr gleichzeitig in den Nachrichtensendungen von TF1 und France 2 auftreten. Als Interviewer waren Gilles Bouleau für TF1 und Caroline Roux für France 2 angekündigt. Das live aus dem Élysée übertragene Gespräch sollte sich nach Angaben der Sender mit der internationalen Sicherheitslage sowie deren politischen und wirtschaftlichen Folgen für Frankreich befassen.
Die Kritik trifft einen Kern von Macrons politischem Selbstverständnis. Seit seinem Amtsantritt 2017 verbindet er den Anspruch französischer Souveränität mit dem Ziel einer handlungsfähigeren Europäischen Union. Wiederholt warb er für eine stärkere gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie für Europas strategische Eigenständigkeit. Frankreich beansprucht zudem eine gestaltende Rolle bei der Unterstützung der Ukraine und in der Diplomatie zum Nahen Osten.
Kotarac stellte diesen Kurs grundsätzlich infrage. Er gehört zu den Sprechern des Rassemblement National und sitzt im Regionalrat von Auvergne-Rhône-Alpes. Seine Äußerung folgt der politischen Linie seiner Partei: Der RN betrachtet Macrons europäische Strategie als Schwächung nationaler Entscheidungsfreiheit und fordert eine Außenpolitik, die französische Interessen und staatliche Unabhängigkeit stärker betont.
Für den Rassemblement National bietet Macrons Auftritt damit eine Gelegenheit, die Kritik an der europäischen und internationalen Ausrichtung des Élysée zu bündeln. Die Partei verknüpft außenpolitische Fragen regelmäßig mit dem Vorwurf, die Regierung ordne nationale Interessen europäischen Entscheidungen unter. Kotaracs Aussage ist allerdings eine parteipolitische Bewertung; sie belegt für sich genommen keinen messbaren Verlust französischen Einflusses in internationalen Organisationen oder Bündnissen.
Das Interview fiel in die Schlussphase von Macrons zweiter und nach der Verfassung letzter aufeinanderfolgender Amtszeit. Rund sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl 2027 kann er nicht erneut antreten. Seine öffentlichen Äußerungen werden deshalb zunehmend auch als Versuch gelesen, die Bilanz seiner Präsidentschaft zu prägen und politische Prioritäten für die verbleibende Amtszeit zu setzen.
Zum Zeitpunkt von Kotaracs Äußerungen hatte das Interview noch nicht begonnen. Eine Reaktion Macrons auf den Vorwurf lag daher zunächst nicht vor. Franceinfo stellte Kotarac in der Sendung Sylvain Maillard gegenüber, einem Pariser Abgeordneten der Präsidentenpartei Ensemble pour la République.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Pro
- France Télévisions Pro
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).