Politik & Gesellschaft

Orléans mobilisiert 3000 Sicherheitskräfte für RN-Kongress

Zum Kongress des Rassemblement National am 24. und 25. Oktober erwartet Orléans Zehntausende Gegendemonstranten. Polizei und Gendarmerie bereiten einen außergewöhnlich großen Einsatz vor.

Orléans – 22.10.2026: Der Kongress des Rassemblement National und die angekündigten Gegenproteste stellen Orléans an diesem Wochenende vor einen Großeinsatz. Rund 3000 Polizisten und Gendarmen sollen am Samstag, 24. Oktober, und Sonntag, 25. Oktober, für Sicherheit sorgen. Der Präfekt des Départements Loiret, Hugues Moutouh, begründete das Aufgebot mit der hohen Zahl erwarteter Demonstranten und dem Risiko gewaltsamer Ausschreitungen.

Nach Angaben der Präfektur werden am Samstag zwischen 20.000 und 30.000 Gegner der rechtsnationalen Partei erwartet. Am Vormittag soll eine ordnungsgemäß angemeldete Demonstration am Vorplatz der Kathedrale beginnen. Rund 50 Organisationen, Gewerkschaften und politische Gruppen unterstützen den Aufruf. Der Staat müsse die Versammlungsfreiheit schützen und zugleich verhindern, dass die Kundgebung von gewaltbereiten Teilnehmern gestört werde, erklärte Moutouh.

Die Sicherheitsbehörden rechnen laut Präfekt mit 2000 bis 3000 Menschen aus radikalen Gruppen. Für das gesamte Wochenende sind etwa 15 mobile Einheiten vorgesehen, darunter annähernd 2000 zusätzliche Bereitschaftspolizisten und mobile Gendarmen. Zum Aufgebot gehören außerdem ein gepanzertes Fahrzeug des Typs Centaure und Wasserwerfer. Einzelheiten zu möglichen Einsatzschwellen nannte die Präfektur nicht.

Der Rassemblement National hält am Samstag seinen 19. Parteikongress im Zénith von Orléans ab. Am Sonntag folgt in der Co'Met Arena eine Großveranstaltung mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027. Nach Behördenangaben rechnet die Partei am ersten Tag mit etwa 5000, am zweiten mit rund 10.000 Teilnehmern. Parteichef Jordan Bardella und Marine Le Pen sollen als zentrale Redner auftreten.

Die Sicherheitsmaßnahmen greifen tief in den Alltag der Stadt ein. Mehrere öffentliche Einrichtungen, darunter Museen, bleiben geschlossen; Kulturveranstaltungen wurden abgesagt. Der Straßenbahnverkehr soll am Samstag ganztägig ruhen, Leihfahrräder werden aus der Innenstadt entfernt. Geschäfte dürfen nach Angaben von Bürgermeister Serge Grouard grundsätzlich öffnen. Die Einschränkungen sollen mögliche Angriffsziele reduzieren und verhindern, dass Fahrzeuge oder Stadtmobiliar bei Ausschreitungen als Hindernisse oder Wurfgeschosse dienen.

Der Einsatz ist Teil einer landesweit verschärften Sicherheitsplanung für den 24. Oktober. Franceinfo zufolge könnten in ganz Frankreich zwischen 70.000 und 80.000 Polizisten und Gendarmen mobilisiert werden. Präsident Emmanuel Macron kündigte an, Demonstrationen sollten nur dort stattfinden, wo Behörden Geschäfte und öffentliche Gebäude schützen könnten. Hintergrund sind Ausschreitungen und Plünderungen am Rand der Proteste vom 17. Oktober. In Orléans treffen diese Befürchtungen auf einen Parteitag mit Tausenden Besuchern und eine angemeldete Großdemonstration.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur des Loiret über AFP
  • Public Sénat
  • Rassemblement National

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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