Politik & Gesellschaft

RN-Abgeordneter Chenu kritisiert politische Botschaften des Papstes

Sébastien Chenu deutet den Frankreichbesuch von Papst Leo XIV als scharfen Eingriff in die politische Debatte. Die Reise berührt heikle Fragen zu Laizität, Migration und nationaler Identität.

Paris – 26.09.2026: Sébastien Chenu, Abgeordneter des Rassemblement National aus dem Département Nord und Vizepräsident der Nationalversammlung, hat den politischen Ton des Frankreichbesuchs von Papst Leo XIV kritisiert. Im Sender Franceinfo bezeichnete er das Kirchenoberhaupt als einen "Scharfschützen gegenüber der politischen Klasse". Gemeint waren die öffentlichen Äußerungen des Papstes und ihre Wirkung auf die innenpolitische Debatte.

Leo XIV war am Freitag, dem 25. September, in Paris eingetroffen und im Élysée-Palast von Präsident Emmanuel Macron empfangen worden. Nach Angaben des Präsidialamts sprachen beide über die Beziehungen zwischen Frankreich und dem Heiligen Stuhl, Klimaschutz, künstliche Intelligenz und internationale Konflikte. Zur Sprache kamen demnach insbesondere der Krieg in der Ukraine, die Lage im Nahen Osten und die Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten.

Chenus Wortwahl rückt den Besuch in einen parteipolitischen Zusammenhang. Der Rassemblement National greift seit Jahren Fragen der nationalen Identität, der öffentlichen Ordnung und des religiösen Erbes auf. Äußerungen des Papstes über Migration, soziale Ungleichheit, Frieden oder Religionsfreiheit können dabei Positionen berühren, mit denen die Partei ihre Abgrenzung gegenüber der Regierung und anderen politischen Kräften begründet.

Zugleich findet die Reise im laizistischen Rahmen der französischen Republik statt. Macron erklärte beim Empfang, die seit mehr als 120 Jahren geltende Trennung von Staat und Kirche bedeute keine Verneinung des Glaubens. Sie sichere vielmehr die Freiheit, zu glauben oder nicht zu glauben, solange die Gesetze der Republik geachtet würden. Damit verband der Präsident die protokollarische Würdigung des Gastes mit einem Bekenntnis zur weltanschaulichen Neutralität des Staates.

Für die Behörden besitzt der Besuch den Rang eines Großereignisses. Ein Dekret vom 3. September erlaubt bis zum 28. September erweiterte Sicherheitsprüfungen für Personen, die in anderer Funktion als Zuschauer Zugang zu bestimmten Einrichtungen und Veranstaltungsorten erhalten. Die Regelung gilt für Paris, Saint-Denis, Lourdes, Metz und Goin. Als Begründung nennt der rechtliche Rahmen die terroristische Gefährdung großer Veranstaltungen.

Nach seinem Empfang im Élysée-Palast besuchte Leo XIV am Freitag auch den Sitz der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. In Notre-Dame de Paris feierte er die Vesper mit Geistlichen und Ordensleuten. Am Abend nahm er im Stade de France in Saint-Denis an einem Gebetstreffen mit jungen Katholiken teil.

Am Samstag, dem 26. September, sieht das offizielle Programm eine Freiluftmesse auf der Place de la Concorde und den Champs-Élysées vor. Weitere Stationen der bis zum 28. September dauernden Reise sind Lourdes, Metz und Goin.

Quellen

  • Franceinfo
  • Élysée-Palast
  • Légifrance
  • Diözese Paris
  • Notre-Dame de Paris

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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