Paris – 10.10.2026: Andréa Kotarac, Sprecher des Rassemblement National und Vorsitzender der RN-Fraktion im Regionalrat Auvergne-Rhône-Alpes, hat sich gegen pauschale Angriffe auf die französische Polizei gewandt. Im Gespräch mit Franceinfo sagte er, er akzeptiere es nicht, wenn der Berufsstand der Polizisten angegriffen werde. Damit bezieht der Politiker Stellung in einer Debatte, die die landesweiten Schülerproteste seit Wochen begleitet.
Auslöser der Mobilisierung sind Forderungen nach mehr Mitteln für Schulen und einer besseren Ausstattung des Bildungswesens. Seit Mitte September kam es an zahlreichen Gymnasien zu Blockaden und Demonstrationen, vereinzelt auch zu gewaltsamen Zwischenfällen. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich am 6. Oktober landesweit 266.000 Menschen an den Protesten; die Organisatoren nannten eine deutlich höhere Zahl. Schülerinnen und Schüler, Studierende und Gewerkschaften traten dabei gemeinsam auf.
Inzwischen richtet sich die politische Auseinandersetzung verstärkt auf das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Videos und Berichte über Tränengaseinsätze sowie Verletzungen Minderjähriger riefen Kritik von Eltern, linken Parteien und Menschenrechtsorganisationen hervor. Nach Regierungsangaben wurden seit Beginn der Bewegung mehr als 200 Schülerinnen und Schüler verletzt. Die Behörden meldeten zugleich rund 800 verletzte Polizisten und Gendarmen sowie Dutzende verletzte Beschäftigte des Bildungswesens.
Kotaracs Äußerung entspricht der Linie des Rassemblement National, das öffentliche Ordnung und den Schutz der Einsatzkräfte betont. Die Partei unterscheidet dabei zwischen friedlichem Protest und Sachbeschädigungen oder Angriffen auf Beamte. Auch die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu verteidigt die Polizeieinsätze, verweist jedoch zugleich auf das Gebot der Verhältnismäßigkeit bei Demonstrationen.
Mehrere Vorwürfe gegen Polizeikräfte werden mittlerweile institutionell geprüft. Die Polizeiaufsicht Inspection générale de la Police nationale eröffnete nach Angaben des Innenministeriums seit Beginn der Schülerbewegung 24 Untersuchungen. Auch die Pariser Staatsanwaltschaft übertrug ihr mehrere Verfahren wegen mutmaßlicher Gewalt durch Beamte. Untersucht werden konkrete Einsatzsituationen; eine abschließende Bewertung steht jeweils aus.
Die Zahl der Festnahmen lässt erkennen, wie stark Polizei und Justiz beansprucht sind. Zwischen dem 28. September und dem 5. Oktober wurden laut Justizministerium 6.059 Menschen festgenommen; 5.060 kamen in Polizeigewahrsam. Nach diesen Angaben waren 87 Prozent der Betroffenen minderjährig. Justiz und Polizei müssen mögliche Straftaten aufklären und dabei die besonderen Schutzrechte Minderjähriger wahren.
Am 8. Oktober beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums noch 71.500 Menschen an einer weiteren Protestaktion, darunter 24.500 in Paris. Die Behörden registrierten an diesem Tag 504 Festnahmen sowie 48 verletzte Polizisten und Gendarmen.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Innenministerium Frankreich
- Justizministerium Frankreich
- RTL
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).