Paris – 23.09.2026: Der französische Judoka Teddy Riner will sich weiterhin zu politischen und gesellschaftlichen Fragen äußern. In der Fernsehsendung "C à vous" berichtete der 37-Jährige, er habe rassistische Nachrichten erhalten, nachdem er seine Sorge über den Aufstieg der extremen Rechten in Frankreich öffentlich gemacht hatte. Die Anfeindungen seien für ihn kein Grund zu schweigen. Er sei Sportler, vor allem aber Bürger und habe deshalb das Recht, seine Haltung kundzutun.
Riner hatte am 16. September in der Sendung "Stade 2" auf France 2 erklärt, die politische Entwicklung des Landes und der Aufstieg der extremen Rechten machten ihm Angst. Seine Äußerungen lösten eine öffentliche Kontroverse aus. Kritik kam unter anderem vom Medienmoderator Pascal Praud. Riner betonte anschließend, er habe weder eine Wahlempfehlung ausgesprochen noch einen bestimmten Politiker persönlich angegriffen. Er habe eine Sorge beschrieben, die ihn als Franzosen und Familienvater beschäftige.
In seiner jüngsten Stellungnahme zog Riner eine klare Grenze zwischen Widerspruch und rassistischer Hetze. Kritik an seinen politischen Aussagen müsse möglich sein; rassistische Botschaften seien jedoch keine legitime Form der Auseinandersetzung. Gegen solche Angriffe gebe es juristische Mittel, sagte er. Ob er wegen einzelner Nachrichten bereits Anzeige erstattet hat, teilte er nicht mit.
Die Debatte berührt eine wiederkehrende Frage im französischen Sport: Sollen sich prominente Athleten öffentlich zu politischen Themen äußern, oder verlangt ihre Bekanntheit besondere Zurückhaltung? Riner weist diese Erwartung zurück. Sportlicher Erfolg nehme ihm weder seine Bürgerrechte noch seine persönliche Perspektive auf die Entwicklung des Landes. Gerade seine Reichweite sorgt allerdings dafür, dass Stellungnahmen weit über den Sport hinaus wahrgenommen und politisch eingeordnet werden.
Riner zählt zu den erfolgreichsten Judoka der Geschichte. Der fünffache Olympiasieger steht nach seiner Rückkehr zum Paris Saint-Germain bis 2028 unter Vertrag. Der Verein stellte sich nach den ersten Anfeindungen öffentlich hinter ihn, verurteilte die hasserfüllten und rassistischen Nachrichten und sagte seinem Athleten Unterstützung zu. Zugleich verwies der Klub auf Riners Bedeutung für den internationalen Sport sowie auf sein Engagement für junge Judoka und soziale Projekte.
Mit seinem Auftritt am 22. September knüpfte Riner an die seit einer Woche andauernde Kontroverse an. Er wolle sich weder einschüchtern lassen noch die politische Debatte anderen überlassen. Seine Position formulierte er bewusst schlicht: Als Bürger habe er ein Wort mitzureden.
Quellen
- Franceinfo
- L'Équipe
- Paris Saint-Germain
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).