Politik & Gesellschaft

Trump gibt Islam und Einwanderung die Schuld an Frankreichs Schülerprotesten

US-Präsident Donald Trump deutet die französischen Schülerproteste als Folge unkontrollierter Einwanderung. Die Bewegung selbst fordert vor allem mehr Personal, bessere Ausstattung und intakte Schulgebäude.

Paris – 06.10.2026: US-Präsident Donald Trump hat die französischen Schülerproteste mit dem Islam und einer angeblich außer Kontrolle geratenen Masseneinwanderung verknüpft. In einer am Dienstag verbreiteten Stellungnahme bestritt er, dass es sich bei den Unruhen um einen Konflikt über Schulen handle. Stattdessen erklärte er die Proteste zum Ausdruck einer Entwicklung, in der der Islam versuche, ein einst bedeutendes Land zu übernehmen.

Belege für diese Deutung nannte Trump nicht. Sie widerspricht den öffentlich formulierten Anliegen der Schülerbewegung, die seit Mitte September zahlreiche Gymnasien und Berufsschulen erfasst hat. Schülerinnen und Schüler beklagen fehlende Lehrkräfte, überfüllte Klassen, lange Stundenpläne und marode Gebäude. Elternverbände und Lehrkräfte haben sich diese Forderungen teilweise zu eigen gemacht.

Am Dienstag beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums landesweit 256.000 Menschen an Demonstrationen; die Gewerkschaften sprachen von 450.000 Teilnehmern. Das Bildungsministerium meldete, der Unterricht sei an 891 Schulen vollständig oder teilweise ausgefallen. Damit war ungefähr ein Viertel der rund 3.700 weiterführenden Schulen Frankreichs von Störungen betroffen. Die deutlich voneinander abweichenden Teilnehmerzahlen beruhen auf den unterschiedlichen Zählweisen von Behörden und Veranstaltern.

Friedlich verliefen die Proteste nicht überall. In Paris setzte die Polizei am Ende eines weitgehend ruhigen Demonstrationszugs Tränengas ein, nachdem einzelne Teilnehmer Gegenstände auf Einsatzkräfte geworfen hatten. Nach Angaben der Regierung wurden seit Beginn der Bewegung 215 Schülerinnen und Schüler sowie 715 Polizisten und Gendarmen verletzt. Das Justizministerium bezifferte die Zahl der Polizeigewahrsamnahmen bis Montag auf 5.060; 87 Prozent der Betroffenen waren minderjährig.

Die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu trennt die bildungspolitischen Forderungen von den Gewalttaten am Rand einzelner Kundgebungen. Lecornu erklärte vor dem Parlament, Gewalt dürfe nicht geduldet werden. Parallel bemüht sich das Bildungsministerium um Gespräche mit Schülervertretungen und Elternorganisationen. Präsident Emmanuel Macron wollte am Dienstagabend führende Vertreter des Innen- und Bildungsressorts empfangen.

Trumps Intervention verschiebt die Debatte auf ein für Frankreichs Innenpolitik besonders sensibles Feld. Die Proteste fallen in die politische Vorbereitung auf die Präsidentschaftswahl 2027, bei der Macron nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut antreten darf. Rechte Parteien verknüpfen soziale Konflikte seit Langem mit der Migrationsfrage. Die gegenwärtige Mobilisierung begann jedoch mit konkreten Beschwerden über Unterrichtsbedingungen und den Zustand der Schulen.

Zugleich verweist die Justiz auf erhebliche Sachschäden und eine beschleunigte strafrechtliche Bearbeitung der Übergriffe. Bis Montag waren 1.802 Personen strafrechtlich verfolgt worden, darunter 1.483 Minderjährige. In 1.376 Fällen ordneten die Behörden alternative Maßnahmen wie Verwarnungen, Wiedergutmachung oder Auflagen an.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • Agence France-Presse
  • Französisches Justizministerium
  • Associated Press
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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