Washington – 01.08.2026: Die Trump Media & Technology Group bietet institutionellen Kunden seit diesem Samstag einen kostenpflichtigen Datenzugang zu Beiträgen auf Truth Social an. Der Dienst namens Truth API soll Finanzunternehmen Meldungen ausgewählter, besonders reichweitenstarker Konten in Echtzeit und schneller als gewöhnliche Benachrichtigungen liefern. Der Konzern beschreibt das Angebot als lizenzierten Datenstrom für Geschäftskunden.
Nach Angaben von Trump Media umfasst der Zugang zunächst die Beiträge der zehn einflussreichsten Konten auf der Plattform. Kunden können die Daten maschinenlesbar verarbeiten, etwa zur automatisierten Beobachtung der Märkte. Das Unternehmen hatte vor dem Start erklärt, bereits erste Abnehmer gewonnen zu haben und weitere Partner aufzunehmen. Einen Preis für den Dienst nannte es öffentlich nicht.
Brisant ist das Angebot vor allem wegen Präsident Donald Trump, der zu den prägendsten Nutzern von Truth Social zählt. Seine Ankündigungen zu Zöllen, außenpolitischen Entscheidungen oder wirtschaftspolitischen Vorhaben können Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkte bewegen. Zugleich ist Trump Großaktionär der börsennotierten Muttergesellschaft des sozialen Netzwerks.
Trump Media verweist darauf, dass die übermittelten Beiträge öffentlich zugänglich seien. Der kommerzielle Vorteil liegt somit nicht in exklusiven Informationen, sondern in der Geschwindigkeit der Übertragung. Für Handelsfirmen können bereits kurze Zeitvorsprünge wertvoll sein, wenn Algorithmen Nachrichten auswerten und daraufhin Geschäfte mit Wertpapieren, Währungen oder Rohstoffen auslösen. Die Schnittstelle macht politische Kommunikation damit unmittelbar für automatisierte Handelssysteme verwertbar.
Der demokratische Kongressabgeordnete Ritchie Torres bat die US-Börsenaufsicht SEC am 20. Juli schriftlich um eine Prüfung. In seinem Schreiben an SEC-Chef Paul Atkins fordert er die Behörde auf zu klären, ob der Dienst Fragen des Wertpapierrechts, möglicher Marktmanipulation oder des Anlegerschutzes berührt. Eine öffentlich bekannte Entscheidung der SEC liegt bislang nicht vor.
Kritiker sehen zudem einen möglichen Interessenkonflikt: Finanzunternehmen können für einen Geschwindigkeitsvorteil bei Mitteilungen zahlen, die von einem amtierenden Präsidenten stammen oder dessen Politik betreffen. Rechtsexperten verwiesen in US-Medien darauf, dass die üblichen Vorschriften gegen Interessenkonflikte für Präsidenten nur eingeschränkt gelten. Aus der bloßen Beschleunigung öffentlich zugänglicher Beiträge folgt allerdings noch kein Insiderhandel; dafür wären weitere rechtliche Voraussetzungen zu prüfen.
Für Trump Media eröffnet der Datenverkauf eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem sozialen Netzwerk und weiteren digitalen Angeboten. Bei der Ankündigung am 16. Juli erklärte der Konzern, die Schnittstelle solle wiederkehrende Erlöse schaffen. Der Start am 1. August verbindet dieses Geschäftsmodell nun mit der besonderen Marktwirkung präsidialer Kommunikation.
Quellen
- Trump Media & Technology Group, Pressemitteilung
- Büro des Kongressabgeordneten Ritchie Torres
- Associated Press
- Axios
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).