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US-Botschafter nennt Blockade palästinensischer Häuser in Qusra einen Terrorakt

Israelische Siedler sollen drei palästinensische Häuser im Westjordanland tagelang blockiert haben. US-Botschafter Mike Huckabee verurteilte das Vorgehen scharf; die israelische Armee räumte zwei nicht genehmigte Außenposten.

Qusra – 14.08.2026: In der palästinensischen Ortschaft Qusra im nördlichen Westjordanland haben israelische Siedler nach Berichten von Bewohnern seit Sonntag, dem 9. August, wiederholt drei Wohnhäuser blockiert. Die betroffenen Familien konnten ihre Häuser demnach zeitweise nicht sicher verlassen; auch die Wasser- und Stromversorgung sei unterbrochen worden. Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, verurteilte das Vorgehen am Donnerstag als einen abscheulichen Terrorakt, der der Einschüchterung und Drangsalierung der Familien diene.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press errichteten Dutzende Siedler Zelte in der Nähe der Häuser am Ortsrand und versperrten Zugänge. Einer der Eigentümer lebt demnach in den Vereinigten Staaten und beobachtete die Vorgänge über Sicherheitskameras. Die Familien berichteten, ihre Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser gingen zur Neige. Wegen der Zugangsbeschränkungen in dem Gebiet ließen sich ihre Schilderungen nur eingeschränkt unabhängig überprüfen.

Die israelische Armee hatte bereits am Dienstag erklärt, die Blockade sei rechtswidrig, verwerflich und nicht hinnehmbar. Sie stufte Qusra als militärisches Sperrgebiet ein. Am Donnerstag teilte das Militär mit, Soldaten hätten zwei nicht genehmigte Außenposten in Qusra und einer benachbarten Ortschaft abgebaut sowie einen israelischen Verdächtigen festgenommen. Zusätzliche Kräfte seien zu Patrouillen und Sicherungseinsätzen entsandt worden.

Der Bürgermeister von Qusra, Abdel Azim Wadi, sagte der Associated Press, die Siedler seien dennoch in anderen Teilen des Dorfes präsent. Bewohner berichteten außerdem, israelische Soldaten hätten mehrere Häuser vorübergehend räumen lassen, um dort Stellungen zu beziehen. Das Militär widersprach dieser Darstellung: Den Einheiten sei ausdrücklich angewiesen worden, die Familien in ihren Häusern zu belassen und die Gebäude nicht für Einsätze zu nutzen.

Parallel dazu feierten Mitglieder der israelischen Regierung die Wiedererrichtung der Siedlung Ganim nahe Dschenin. Ganim war 2005 im Zuge des israelischen Rückzugs aus Teilen des nördlichen Westjordanlands geräumt worden. Das israelische Parlament hob 2023 zentrale Beschränkungen des damaligen Abzugsgesetzes für Ganim und drei weitere Siedlungen auf. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte bei der Zeremonie, die Zeit der Rückzüge und Vertreibungen sei beendet.

Die Vereinten Nationen registrierten in Qusra nach eigenen Angaben bis April 2026 mehr Siedlerangriffe als in jeder anderen Ortschaft des Westjordanlands. Das UN-Nothilfebüro OCHA berichtete im Juli, solche Angriffe seien 2026 zu einer der wichtigsten Ursachen palästinensischer Verletzungen in dem Gebiet geworden. Der Internationale Gerichtshof bewertete Israels fortdauernde Präsenz in den besetzten palästinensischen Gebieten 2024 als rechtswidrig.

Huckabees Wortwahl fällt besonders auf, weil der US-Botschafter seit Langem als Unterstützer israelischer Siedlungen gilt. Nach seiner Erklärung stand die US-Botschaft wegen des Vorfalls mit der israelischen Armee und der Polizei in Verbindung. Wann die Familien ihre Häuser wieder uneingeschränkt erreichen können, war am Donnerstag weiterhin unklar.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Israelische Armee
  • UN-Nothilfebüro OCHA
  • Internationaler Gerichtshof

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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