Paris – 05.09.2026: Frankreichs Vor- und Grundschulen sind mit deutlich weniger Kindern in das Schuljahr 2026/27 gestartet. Nach Prognosen des Bildungsministeriums besuchen rund 6,02 Millionen Schülerinnen und Schüler öffentliche und staatlich anerkannte private Einrichtungen. Das sind etwa 125.400 Kinder oder zwei Prozent weniger als zu Beginn des vorherigen Schuljahres. Damit setzt sich ein seit 2015 beobachteter Rückgang fort.
Die wichtigste Ursache ist die sinkende Zahl der Geburten. Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei den jüngsten Jahrgängen: In den Vorschulklassen werden rund 57.300 Kinder weniger erwartet. Allein bei den Dreijährigen rechnet die Bildungsstatistik mit einem Minus von etwa 46.500. Diese kleineren Jahrgänge durchlaufen nun zunächst die Grundschulen und werden in den folgenden Jahren auch die weiterführenden Schulen erreichen.
Für das gesamte französische Bildungssystem meldete das Ministerium zum Ende der Sommerferien 11,6 Millionen Schülerinnen und Schüler. Das sind rund 161.000 weniger als im vorherigen Schuljahr. Die Regierung will die Zahl der Stellen nicht im selben Verhältnis verringern. Sie verbindet den demografischen Rückgang vielmehr mit dem Anspruch, Unterricht und Betreuung zu verbessern.
Im Staatshaushalt für 2026 sind nach Ministeriumsangaben zusätzliche Mittel und nahezu 5.900 Stellen mehr als 2025 vorgesehen. An öffentlichen Vor- und Grundschulen soll die Zahl der Lehrkräfte je 100 Schülerinnen und Schüler auf 6,24 steigen; 2017 waren es 5,46. Kleinere Jahrgänge können somit je nach Standort kleinere Klassen oder zusätzliche Förderung ermöglichen. Ein allgemeiner Anspruch darauf ergibt sich daraus allerdings nicht.
Die Entwicklung unterscheidet sich erheblich zwischen Regionen und Départements. In manchen Gebieten verstärken sich niedrige Geburtenzahlen und Abwanderung gegenseitig, während Ballungsräume eine abweichende Entwicklung nehmen können. Das Ministerium hat deshalb erstmals Vorausberechnungen bis auf die Ebene der Départements veröffentlicht. In 18 Départements wird zudem erprobt, Schulstandorte und Personal über fünf Jahre hinweg zu planen.
Damit gewinnt der Umgang mit Klassen, Gebäuden und Schulwegen an politischer Brisanz. Sinkende Schülerzahlen können Ausgaben für Räume, Transporte und Personal verringern. Außerhalb der Städte kann eine Schulschließung jedoch das Gemeindeleben schwächen und die Wege für Familien verlängern. Für 2026/27 gilt weiterhin die Vorgabe, keine Schule ohne Zustimmung des jeweiligen Bürgermeisters zu schließen.
Bis 2035 erwartet die Bildungsstatistik im mittleren Szenario landesweit rund 1,68 Millionen Schülerinnen und Schüler weniger als heute. Davon entfallen voraussichtlich etwa 933.000 auf den ersten Bildungsbereich und rund 743.800 auf weiterführende Schulen.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für Bildung, Hochschulwesen und Forschung
- Direktion für Evaluation, Prognose und Leistungsfähigkeit
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).