Frankreich – 03.10.2026: Mit Informationsveranstaltungen zum Brustkrebsmonat Oktober wollen Kommunen und Gesundheitsakteure in Frankreich mehr Frauen zur Früherkennung bewegen. Der Anlass ist ernst: Nach Angaben des Nationalen Krebsinstituts nahmen 2023 und 2024 lediglich 46,3 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen am organisierten Brustkrebs-Screening teil.
Damit bleibt Frankreich deutlich unter dem europäischen Zielwert von 70 Prozent. Das nationale Programm richtet sich an Frauen zwischen 50 und 74 Jahren, die weder Symptome noch ein besonderes Brustkrebsrisiko haben. Sie werden alle zwei Jahre zu einer Mammografie eingeladen. Mehr als 10,8 Millionen Frauen kommen nach Angaben des Instituts grundsätzlich für dieses Angebot infrage.
Die Teilnahmequote sinkt seit Jahren. 2010 und 2011 hatte sie noch bei 52,7 Prozent gelegen. Schätzungsweise elf Prozent der Frauen dieser Altersgruppe lassen sich außerhalb des organisierten Programms untersuchen. Solche individuellen Mammografien erhöhen zwar den Anteil der untersuchten Frauen, gleichen aber regionale und soziale Unterschiede beim Zugang zur Früherkennung nicht aus. Gerade diese Ungleichheiten beschäftigen die Gesundheitsbehörden.
Eine Mammografie kann Auffälligkeiten sichtbar machen, bevor Beschwerden auftreten. Das organisierte Programm umfasst außerdem eine klinische Untersuchung der Brust. Bei unklaren Befunden können weitere Aufnahmen oder eine Ultraschalluntersuchung folgen. Solche Abklärungen kommen vergleichsweise häufig vor und bedeuten für sich genommen noch keine Krebsdiagnose. Die Untersuchung kann zugleich belastend sein und Sorgen auslösen; die Oktoberkampagne soll deshalb auch verständlich über Ablauf, Nutzen und mögliche Folgeuntersuchungen informieren.
Brustkrebs ist in Frankreich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und zugleich jene, an der die meisten Patientinnen sterben. Für 2023 verzeichnete das Nationale Krebsinstitut 61.214 Neuerkrankungen und 12.765 Todesfälle. Die Sterblichkeit ging zwischen 2019 und 2023 jedoch im Durchschnitt um 1,5 Prozent pro Jahr zurück. Als Gründe nennt das Institut unter anderem frühere Diagnosen und Fortschritte in der Behandlung.
Nach den veröffentlichten Angaben werden 60 Prozent der Brustkrebserkrankungen in einem frühen Stadium erkannt. Bei 7,3 Prozent der Diagnosen hat der Tumor bereits Metastasen gebildet. Früh entdeckte Erkrankungen lassen sich häufig besser behandeln; zudem können weniger belastende Therapien möglich sein.
Die Veranstaltungen im Oktober setzen deshalb vor allem bei Ängsten, Unsicherheiten und praktischen Zugangshürden an. Sie sollen erklären, wie Termine vereinbart werden und was während der Untersuchung geschieht. Die Beteiligungsquote von 46,3 Prozent zeigt, wie groß der Abstand zum europäischen Vorsorgeziel weiterhin ist.
Quellen
- Franceinfo
- Institut national du cancer
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).