Cagnes-sur-Mer – 08.09.2026: Kurz vor sechs Uhr am Morgen ist in das Renoir-Museum von Cagnes-sur-Mer eingebrochen worden. Nach Angaben der Ermittler drangen mindestens zwei Täter in das frühere Wohnhaus des Malers Pierre-Auguste Renoir ein und nahmen vier Gemälde von den Wänden. Zwei Werke ließen sie auf der Flucht im Museumsgarten zurück, zwei weitere werden gesucht.
Der Einbruch dauerte nach bisherigen Erkenntnissen weniger als drei Minuten. Die Täter sollen einen Zaun durchtrennt und sich anschließend durch ein Fenster Zugang zu dem Gebäude verschafft haben. Um 5.48 Uhr wurde der Alarm ausgelöst. Nach Angaben des Bürgermeisters trafen Polizeikräfte wenige Minuten später am Museum ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die Einbrecher bereits entkommen.
Bei den im Garten gefundenen Werken handelt es sich um das Porträt von Madame Stephen Pichon und das Bild Coco liest. Weiterhin verschwunden sind das Porträt der Madame Colonna Romano sowie Junge Frau am Brunnen. Die vier Gemälde zählen nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu den wertvollsten Exponaten des Museums. Eine amtliche Schätzung des entstandenen Schadens lag zunächst nicht vor.
Die Staatsanwaltschaft von Marseille eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls durch eine organisierte Bande. Eingeschaltet wurde auch das französische Zentralamt zur Bekämpfung des Handels mit Kulturgütern, das auf Kunstdiebstähle und den illegalen Handel mit historischen Objekten spezialisiert ist. Öffentlich bestätigte Hinweise zur Identität oder Herkunft der Täter sowie zu einem möglichen Fluchtfahrzeug gab es zunächst nicht.
Das Museum im Stadtteil Les Collettes besitzt für Renoirs Werk eine besondere Bedeutung. Der Maler erwarb das Anwesen 1907 und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1919. Er ließ ein Haus errichten und arbeitete auf dem Gelände während seiner späten Schaffensphase. Heute sind dort neben Gemälden auch sein Atelier und persönliche Gegenstände zu sehen. Nach Angaben des Bürgermeisters umfasst die Sammlung zwölf Bilder Renoirs. Das Haus blieb am Dienstag für Besucher geschlossen.
Eines der vermissten Werke trägt zudem die Spuren der europäischen Gewaltgeschichte. Junge Frau am Brunnen wurde nach Angaben des französischen Kulturministeriums während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten geraubt. Das Gemälde tauchte 1949 in Bayern wieder auf und wurde anschließend nach Frankreich zurückgebracht. Seine Herkunft ist entsprechend ausführlich dokumentiert.
Das erschwert einen Verkauf auf dem regulären Kunstmarkt: International bekannte und in Verzeichnissen erfasste Werke lassen sich dort kaum unbemerkt anbieten. Möglich bleibt jedoch der Handel in kriminellen Netzwerken. Die Fahndung konzentriert sich deshalb auf die beiden verschwundenen Gemälde und die Fluchtroute der Täter. Die Polizei sucht Zeugen, die am frühen Morgen des 8. September in der Umgebung des Museums verdächtige Beobachtungen gemacht haben.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Agence France-Presse
- Reuters
- Französisches Kulturministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).