Politik & Gesellschaft

Zwei Renoir-Gemälde nach Einbruch weiter verschwunden

Nach dem Einbruch in das Renoir-Museum in Cagnes-sur-Mer werden zwei Gemälde gesucht. Eines der Werke zählt zu den bekanntesten späten Porträts des Künstlers.

Cagnes-sur-Mer – 09.09.2026: Nach dem Einbruch in das Renoir-Museum an der Côte d'Azur fehlen weiterhin zwei Gemälde von Auguste Renoir. Die Täter drangen am Dienstag, 8. September, frühmorgens in das frühere Wohnhaus des Malers im Domaine des Collettes ein. Gesucht werden das um 1910 entstandene Porträt Madame Colonna Romano und Jeune Femme au puits aus dem Jahr 1886.

Vier Bilder hatten die Einbrecher zunächst aus der sogenannten Chambre Gangnat entnommen, einem Ausstellungsraum des städtischen Museums. Nach Angaben des Kulturministeriums wurde der Alarm um 5.48 Uhr ausgelöst; fünf Minuten später traf die Stadtpolizei ein. Auf der Flucht ließen die Täter zwei Werke im Garten zurück: Portrait de Madame Stephen Pichon und Coco lisant. Beide Gemälde wurden gesichert.

Pauline Renoir, eine Ururenkelin des Künstlers, bezeichnete den Verlust gegenüber Franceinfo als Katastrophe. Besonders Madame Colonna Romano sei ein sehr wertvolles und weithin bekanntes Werk Renoirs. Der Schaden ist damit nicht allein materieller Art: Das verschwundene Porträt gehört zu jenen späten Arbeiten, in denen Renoir Gesichtern und Stoffen eine helle, beinahe schwebende Weichheit verlieh.

Das Museum bewahrt den letzten Wohnort Pierre-Auguste Renoirs, der von 1907 bis zu seinem Tod im Jahr 1919 in Cagnes-sur-Mer lebte. Haus, Atelier, Garten und persönliche Gegenstände vermitteln einen Eindruck von seinem letzten Lebensabschnitt. Obwohl seine Hände damals bereits schwer von Arthritis gezeichnet waren, arbeitete Renoir dort weiter. Die vier betroffenen Gemälde waren seit 1995 als Dauerleihgaben des Musée d'Orsay ausgestellt.

Eine besondere historische Bedeutung besitzen die beiden weiterhin vermissten Bilder durch ihren Status als sogenannte MNR-Werke. Die Abkürzung steht für Musées nationaux récupération. Sie bezeichnet Kulturgüter, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland geborgen und nach Frankreich gebracht wurden, deren rechtmäßige Eigentümer sich jedoch nicht ermitteln ließen. Der französische Staat verwahrt diese Werke lediglich vorläufig; sie gehören nicht zum nationalen Museumsbestand und können bei geklärter Herkunft zurückgegeben werden.

Die Ermittlungen führt eine auf organisierte Kriminalität und spezialisierte Delikte ausgerichtete Polizeieinheit. Das Kulturministerium verwies nach dem Einbruch auf die Verletzlichkeit kleinerer Museen. Im Juli 2026 hatte die Regierung einen Sicherheitsplan für Museen samt einem Fonds von 30 Millionen Euro angekündigt. Landesweit wurden demnach 482 vorrangige Sicherheitsmaßnahmen begleitet.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden dauerte der Einbruch weniger als drei Minuten. Die Bekanntheit der Bilder und ihr dokumentierter Status dürften einen Verkauf auf dem legalen Kunstmarkt erheblich erschweren.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Kulturministerium
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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