Magdeburg – 08.09.2026: Der klare Sieg der Alternative für Deutschland bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wirkt über die deutschen Grenzen hinaus. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt die AfD am 6. September 43,8 Prozent der Stimmen. Die Christlich Demokratische Union kam auf 17,2 Prozent. Mit 77,8 Prozent erreichte die Wahlbeteiligung den höchsten Stand bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung.
Die AfD verfehlte zwar die absolute Mehrheit, verfügt als mit Abstand stärkste Fraktion jedoch über eine grundlegend veränderte Position. Ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beansprucht das Amt des Ministerpräsidenten und will Gespräche mit den übrigen Parteien führen. Diese haben eine Zusammenarbeit bislang ausgeschlossen. Eine Regierung ohne die AfD wäre rechnerisch nur durch ein Bündnis mehrerer politisch weit auseinanderliegender Parteien möglich.
Brisant ist das Ergebnis auch wegen der Einstufung des Landesverbandes durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem. Bislang war die AfD weder im Bund noch in einem Bundesland an einer Regierung beteiligt. Nun steht die sogenannte Brandmauer unter ihrem bislang stärksten Belastungstest: Gemeint ist die grundsätzliche Absage der anderen Parteien an jede politische Kooperation mit der AfD.
Der Wahlerfolg lässt sich allerdings nicht ohne Weiteres auf Deutschland oder andere europäische Länder übertragen. Sachsen-Anhalt hat gut zwei Millionen Einwohner; wie in mehreren ostdeutschen Ländern erzielt die AfD dort seit Jahren überdurchschnittliche Ergebnisse. Bei der Landtagswahl 2021 hatte sie 20,8 Prozent erreicht. Innerhalb einer Wahlperiode hat sie ihren Stimmenanteil somit mehr als verdoppelt, ohne eine eigene Regierungsmehrheit zu erringen.
In Frankreich reagierte das Rassemblement National betont zurückhaltend. Die Partei hatte die Zusammenarbeit mit der AfD im Europäischen Parlament bereits vor der Europawahl 2024 beendet. Anlass waren unter anderem Äußerungen führender AfD-Politiker zur Rolle der Waffen-SS sowie Differenzen über das Konzept der sogenannten Remigration. RN-Sprecher Philippe Ballard verwies nach der Wahl erneut auf diese roten Linien und erklärte, das Ergebnis müsse zunächst ausgewertet werden.
Hinter der Distanzierung steht die Strategie von Marine Le Pen und Jordan Bardella, das Rassemblement National als regierungsfähige Partei zu präsentieren. Eine sichtbare Nähe zur AfD könnte diesen Kurs erschweren. Die deutsche Partei vertritt in der Europa- und Russlandpolitik Positionen, von denen sich der RN abgesetzt hat.
Das Ergebnis verschafft rechten Parteien in Europa Auftrieb, markiert aber zugleich die Grenzen eines solchen Erfolgs. In einem koalitionsgeprägten Verhältniswahlsystem führt selbst ein Stimmenanteil von 43,8 Prozent nicht automatisch zur Regierungsbeteiligung. Über das endgültige Wahlergebnis entscheidet der Landeswahlausschuss.
Quellen
- Franceinfo
- Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt
- Tagesschau
- Mitteldeutscher Rundfunk
- Associated Press
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).