Paris – 08.09.2026: Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf den früheren argentinischen Rugby-Nationalspieler Federico Martín Aramburú hat das Pariser Schwurgericht am zweiten Verhandlungstag die Lebensläufe der Hauptangeklagten untersucht. Zunächst befasste sich das Gericht mit Romain Bouvier, anschließend sollte die Persönlichkeit seines Mitangeklagten Loïk Le Priol erörtert werden.
Vor dem Schwurgericht stehen insgesamt vier Personen. Le Priol und Bouvier müssen sich wegen der tödlichen Schüsse verantworten; zwei weitere Angeklagte sind wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung nach der Tat angeklagt. Für alle gilt die Unschuldsvermutung. Über Schuld und mögliche Strafen entscheiden die Geschworenen und Berufsrichter erst nach Abschluss der Beweisaufnahme.
Verhandelt werden die Ereignisse in der Nacht vom 18. auf den 19. März 2022. Nach einer Auseinandersetzung auf der Terrasse des Cafés Mabillon im sechsten Pariser Arrondissement trafen Aramburú und sein Freund Shaun Hegarty später erneut auf die andere Gruppe. Den Ermittlungen zufolge wurden die beiden ehemaligen Rugbyspieler mit einem Geländewagen gesucht. Aramburú brach nach mehreren Schüssen am Boulevard Saint-Germain zusammen und starb am Tatort.
Zum Auftakt des Verfahrens am Montag, dem 7. September, räumte Le Priol ein, geschossen zu haben. Er erklärte jedoch, in Notwehr gehandelt zu haben, und bestreitet eine Tötungsabsicht. Auch Bouvier weist den Vorwurf zurück, Aramburú töten gewollt zu haben. Das Gericht muss diese Einlassungen nun mit Zeugenaussagen, Spuren und den Ergebnissen der mehrjährigen Ermittlungen abgleichen.
Die Fragen nach Herkunft, Ausbildung, beruflichem Weg und möglichen früheren Verurteilungen bilden im französischen Schwurgerichtsverfahren einen eigenen Teil der Verhandlung. Sie sollen den Richtern und Geschworenen ein Bild von den Angeklagten vermitteln. Für die Beurteilung der konkreten Tat ersetzen sie jedoch keine Beweise. Erst wenn das Gericht zu einem Schuldspruch kommt, können die persönlichen Verhältnisse auch bei der Bemessung der Strafe berücksichtigt werden.
Aramburú war 42 Jahre alt. Der frühere Spieler von Biarritz Olympique, USA Perpignan und US Dax hatte 22 Länderspiele für Argentinien bestritten und 2007 mit der Nationalmannschaft den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft erreicht. Nach dem Ende seiner sportlichen Laufbahn lebte er in Frankreich. Sein Tod löste dort und in Argentinien große Bestürzung aus. Angehörige und Weggefährten verfolgen das Verfahren, das neben dem Tatablauf auch die Folgen für Aramburús Familie behandelt.
Der Prozess begann am 7. September 2026 im Pariser Justizpalast und ist auf drei Wochen angesetzt. Nach dem bisherigen Zeitplan soll das Urteil am 25. September verkündet werden. Zuvor will das Gericht weitere Angeklagte, Zeugen und Sachverständige anhören.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- L'Équipe
- Le Monde
- RTL
- La Dépêche
- TF1 Info
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).