Politik & Gesellschaft

Bardella kündigt weitere Klage gegen Mediapart an

Der Vorsitzende des Rassemblement National bestreitet, antisemitische Chatnachrichten verfasst zu haben. Nach einer Verleumdungsklage stellt Jordan Bardella nun auch ein Verfahren wegen Fälschung und des Gebrauchs gefälschter Dokumente in Aussicht.

Paris – 01.10.2026: Jordan Bardella verschärft seine juristische Reaktion auf eine Recherche von Mediapart. Der Vorsitzende des Rassemblement National bezeichnete die vom Investigativmedium veröffentlichten Unterlagen zu mutmaßlich von ihm verfassten antisemitischen Nachrichten als angebliche Beweise. Neben einer bereits eingereichten Verleumdungsklage kündigte er an, auch wegen Fälschung und des Gebrauchs gefälschter Dokumente vorgehen zu wollen. Die Recherche breche bereits in sich zusammen, erklärte Bardella.

Auslöser ist ein Bericht von Mediapart vom 28. September. Das Medium ordnet Bardella Nachrichten aus den Jahren 2013 bis 2015 zu. Damals war er ein junger Aktivist des Front National, der sich 2018 in Rassemblement National umbenannte. Die veröffentlichten Texte enthalten antisemitische Verschwörungserzählungen über Juden, Banken, Zionismus und eine angebliche weltweite Steuerung politischer Entwicklungen. Bardella weist entschieden zurück, der Verfasser dieser Äußerungen zu sein.

Mediapart legte am Donnerstag weitere Angaben zur Herkunft und Prüfung des Materials vor. Nach Darstellung des Mediums wurden die Messenger-Unterhaltungen über zwei voneinander unabhängige Wege beschafft. Die Redaktion erklärte zudem, sie habe die betreffenden Konten und zahlreiche Einzelheiten aus den Gesprächen überprüft. Mit diesen Angaben reagierte Mediapart auf Bardellas Vorwurf, bei dem veröffentlichten Material handele es sich um grobe Fälschungen.

Damit stehen einander zwei unvereinbare Darstellungen gegenüber. Mediapart beruft sich auf seine journalistische Prüfung und hält an der Zuschreibung fest. Bardella bestreitet die Urheberschaft vollständig und will die Echtheit der Dokumente nun auch strafrechtlich prüfen lassen. Ob und wann die angekündigte zusätzliche Klage eingereicht wird, ging aus seiner Erklärung zunächst nicht hervor. Auch eine gerichtliche Bewertung des Materials liegt bislang nicht vor.

Die Auseinandersetzung ist für den Rassemblement National politisch heikel. Die Partei bemüht sich seit Jahren, sich von der Geschichte des Front National und dessen antisemitischen Entgleisungen zu distanzieren. Bardella gehört als Parteivorsitzender zu den prägenden Figuren dieses Kurses. Vorwürfe, er habe selbst antisemitische Inhalte verbreitet, treffen daher unmittelbar den Anspruch der Partei, mit ihrer Vergangenheit gebrochen zu haben.

Zugleich ist der Konflikt nun auf zwei Ebenen zu klären. Politisch geht es um Bardellas Glaubwürdigkeit und den Umgang seiner Partei mit Antisemitismus. Juristisch wird zu unterscheiden sein zwischen der Frage, ob Mediapart die Nachrichten mit ausreichender Grundlage Bardella zuschreiben durfte, und dem weitergehenden Vorwurf, Dokumente seien gefälscht worden. Bis zu einer gerichtlichen Klärung bleiben die Urheberschaft der Nachrichten und Bardellas Fälschungsvorwurf umstritten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Mediapart
  • TV5MONDE
  • Associated Press
  • El País
  • Le Monde
  • Europe 1
  • Le Journal du Dimanche

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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