Politik & Gesellschaft

Bardella weist Antisemitismusvorwürfe zurück und klagt gegen Mediapart

Jordan Bardella bestreitet erneut, antisemitische Nachrichten verfasst zu haben. Der Vorsitzende des Rassemblement National wirft Mediapart eine politisch motivierte Kampagne vor und geht juristisch gegen das Recherchemedium vor.

Paris – 30.09.2026: Jordan Bardella hat die von Mediapart veröffentlichten und ihm zugeschriebenen antisemitischen Nachrichten erneut kategorisch zurückgewiesen. In einer ausführlichen Erklärung auf Instagram sprach der Vorsitzende des Rassemblement National von einer gegen ihn gerichteten Kampagne. Die Franzosen würden über die Angelegenheit urteilen, schrieb er, und warf dem Recherchemedium eine unfaire, ungerechte und von Unwahrheiten geprägte Behandlung vor.

Auslöser des Streits ist eine Recherche von Mediapart vom 28. September. Demnach soll Bardella in privaten Mitteilungen aus den Jahren 2013 bis 2015 antisemitische und verschwörungsideologische Aussagen verfasst haben. Der heutige Parteivorsitzende war damals ein junger Aktivist des Front National, aus dem später der Rassemblement National hervorging. Mediapart stützt seine Darstellung nach eigenen Angaben auf private Korrespondenz und Zeugenaussagen.

Bardella bestreitet die Urheberschaft der ihm zugeschriebenen Texte. Bereits am 28. September hatte er die Nachrichten als grobe Fälschungen bezeichnet. In seiner Erklärung vom Mittwoch schrieb er, die Anschuldigungen zielten auf seine moralische und politische Integrität. Er verwies auf seine frühere und heutige Unterstützung für französische Juden und erklärte, antisemitische Überzeugungen seien mit diesem Engagement unvereinbar.

Zugleich verschärfte Bardella seinen Angriff auf Mediapart. Er bezeichnete die Veröffentlichung als politisch motivierte Operation und warf den beteiligten Journalisten vor, sich wie linksradikale Aktivisten zu verhalten. Die Recherche reihte er in eine Serie vermeintlicher Angriffe auf seine Person, sein Umfeld und seine Partei ein. Belege für eine abgestimmte Kampagne führte er in seiner Erklärung nicht an.

Der Konflikt wird inzwischen auch juristisch ausgetragen. Nach einem Bericht des Radiosenders Europe 1 reichte Bardella am Mittwoch über seinen Anwalt beim zuständigen Untersuchungsrichter am Pariser Justizgericht eine Strafanzeige mit Nebenklage gegen Journalisten von Mediapart ein. Sie betrifft dem Bericht zufolge den Vorwurf der öffentlichen Verleumdung. Eine gerichtliche Bewertung der Anschuldigungen oder der von Mediapart vorgelegten Unterlagen liegt bislang nicht vor.

Mediapart hält an seiner Recherche fest. Fabrice Arfi, einer der Leiter des Recherchebereichs, verteidigte die Arbeit der Redaktion öffentlich. Verbale Angriffe des Rassemblement National würden die journalistische Prüfung nicht beeinflussen, erklärte er. Auch Le Monde berichtete über die gegensätzlichen Darstellungen, ohne die Echtheit der Nachrichten eigenständig festzustellen.

Politisch trifft der Streit einen empfindlichen Punkt. Der Rassemblement National bemüht sich seit Jahren, sich vom antisemitischen Erbe des Front National abzugrenzen. Bardella führt die Partei und gilt als eine ihrer wichtigsten Figuren mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027. Nun stehen einander die Recherche von Mediapart, Bardellas Dementi und seine juristische Gegenwehr gegenüber; eine gerichtliche Entscheidung gibt es noch nicht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Mediapart
  • Le Monde
  • Europe 1

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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