Die Mobilisierung an französischen Gymnasien soll am Dienstag, 6. Oktober, in eine neue Runde gehen. Schüler- und Studierendenorganisationen fordern mehr Lehr- und Betreuungspersonal, bessere Gebäude sowie Änderungen beim Hochschulzulassungsverfahren Parcoursup. Nach Angaben der regionalen Presse waren am Montagvormittag landesweit 413 Einrichtungen von Störungen betroffen; auch in Toulouse kam es zu Festnahmen. Damit bleibt der Protest weit über die ursprünglichen Schwerpunkte in der Region Paris hinaus sichtbar.
Bildungsminister Édouard Geffray verlangt zugleich eine schrittweise Rückkehr zum Unterricht. Er hatte die ersten Anliegen der Jugendlichen als berechtigt bezeichnet, die Entwicklung der vergangenen Tage jedoch wegen Gewalt und Sachbeschädigungen scharf kritisiert. Die Schülerverbände halten an ihrem Aufruf fest, nachdem die Gespräche mit dem Ministerium keine gemeinsame Linie hervorgebracht hatten.
Der Streit verbindet konkrete Mängel des Schulalltags mit einer grundsätzlicheren Sorge um Studienplätze und Zukunftschancen. Für die Behörden wird der Dienstag erneut zur Bewährungsprobe: Sie müssen den Zugang zu den Schulen sichern, ohne Forderungen zu übergehen, die an vielen Standorten von Schülern und Teilen der Lehrerschaft getragen werden.