Die Lage an den Gymnasien beherrscht weiter die politische Morgenlage. Nach einem weiteren landesweiten Mobilisierungstag kündigte Bildungsminister Édouard Geffray an, 3.000 Ersatzlehrer ohne feste Zuweisung zwischen Freitag und Dienstag an Schulen mit besonders großen Ausfällen zu entsenden. Das Ministerium hat 114 Gymnasien als sehr kritisch und rund 400 weitere als problematisch eingestuft. Zusätzlich sollen Schulleitungen vorgezogene Überstunden einsetzen können, damit kurze Ausfälle intern vertreten werden.
Die Maßnahme ist eine direkte Antwort auf die Forderung der protestierenden Schüler nach verlässlichem Unterricht. Zugleich bleibt der Konflikt breiter: In Niort dokumentierten Beobachter der Liga für Menschenrechte die Polizeiarbeit bei einer Schülerdemonstration. Die frühere Präfektin Marie Lajus kritisiert ebenfalls die hohe Zahl von Festnahmen bei Schulblockaden. Im Raum Bordeaux zeigt ein Einbruch mit Brandstiftung am Lycée Les Iris in Lormont außerdem, wie rasch ein einzelner Vorfall den Schulbetrieb für Hunderte Schüler unterbrechen kann.