Die juristische Aufarbeitung der Gewalt am Rande der Demonstrationen vom 17. Oktober bestimmt den politischen Tag. An mehreren Gerichten werden Beschuldigte im beschleunigten Verfahren vorgeführt; Le Monde berichtet zugleich von überlasteten Kammern und von Verteidigern, die die Qualität einzelner Verfahren infrage stellen. Die Regierung setzt auf sichtbare strafrechtliche Konsequenzen, nachdem Plünderungen und Angriffe in mehreren Städten die soziale Mobilisierung überschattet hatten.
Parallel bereitet sich Paris auf Samstag, den 24. Oktober, vor. Die Koordination der Gelbwesten hat bei der Präfektur einen Zug von der Bastille zur Opéra angemeldet. Premierminister Sébastien Lecornu hat dafür ein umfangreiches Polizeiaufgebot angekündigt. Damit wird aus der Frage nach der Bestrafung der vergangenen Gewalt unmittelbar eine Frage nach dem Schutz der nächsten Kundgebungen und nach dem Erhalt des Demonstrationsrechts.
Emmanuel Macron reagierte in Doha zudem auf Äußerungen von Donald Trump und Benjamin Netanyahu. Er sprach von einer nachträglichen Manipulation der Informationen über Frankreich und wies Darstellungen zurück, die die Ausschreitungen pauschal auf Migration oder Islamismus zurückführen. Die französische Krise wird damit auch im Ausland zum Wahlkampfthema.