Paris – 11.10.2026: Raphaël Glucksmann hat die Vorwahl des Parti socialiste, seiner Partei Place publique und der Gauche républicaine et socialiste klar gewonnen. Nach dem veröffentlichten Ergebnis erhielt der 46-jährige Europaabgeordnete 66,13 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ein zweiter Wahlgang ist damit nicht erforderlich. Glucksmann tritt als Kandidat des sozialdemokratischen Bündnisses bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 an.
Der Vorsitzende des Parti socialiste, Olivier Faure, kam mit 14,48 Prozent auf den zweiten Platz. Außerdem kandidierten die frühere Präsidentschaftsbewerberin Ségolène Royal, der sozialistische Abgeordnete Jérôme Guedj und Emmanuel Maurel von der Gauche républicaine et socialiste. Während dreier Fernsehdebatten hatten vor allem mögliche Bündnisse innerhalb der französischen Linken die Auseinandersetzung bestimmt.
Glucksmann bezeichnete seinen Erfolg am Sonntagabend als Sieg derjenigen, die an eine demokratische Linke in Frankreich glaubten. Sein Ergebnis gibt ihm den Anspruch, das beteiligte Parteienbündnis in den Präsidentschaftswahlkampf zu führen, obwohl er selbst nicht dem traditionsreichen Parti socialiste angehört. Place publique wurde 2018 gegründet und arbeitete bereits bei der Europawahl 2024 mit den Sozialisten zusammen.
Das Votum verschiebt die Gewichte im sozialdemokratischen Lager. Glucksmann verfolgt einen Kurs, der sich von Präsident Emmanuel Macron ebenso abgrenzt wie von Jean-Luc Mélenchons Partei La France insoumise. Diese beteiligte sich nicht an der Vorwahl. Insbesondere die Frage einer Zusammenarbeit mit Mélenchon hatte die Bewerber im Wahlkampf voneinander getrennt.
Die Abstimmung fand elektronisch statt und wurde nach einem Cyberangriff zu Beginn des Verfahrens verlängert. Nach Angaben aus dem Umfeld der Organisatoren wurden mehr als 120.000 Stimmen abgegeben. Das deutliche Ergebnis verschafft Glucksmann eine starke Legitimation innerhalb des beteiligten Bündnisses. Eine Verständigung mit den übrigen Parteien der politisch zersplitterten Linken ist damit jedoch nicht erreicht.
Glucksmann hatte seine Präsidentschaftskandidatur bereits im August angekündigt. Der erste Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahl ist für den 18. April 2027 vorgesehen, die Stichwahl für den 2. Mai. In jüngeren Umfragen lag er hinter mehreren möglichen Bewerbern aus dem rechten, zentristischen und linksradikalen Lager.
Für Olivier Faure, der die Vorwahl mit auf den Weg gebracht hatte und den Parti socialiste seit 2018 führt, bedeutet das Ergebnis eine deutliche Niederlage. Er erkannte Glucksmanns Sieg an und erklärte, dieser habe eine Mehrheit der Abstimmenden überzeugt. Erstmals führt damit ein Politiker von Place publique ein Präsidentschaftsbündnis mit dem Parti socialiste an.
Quellen
- Franceinfo
- Parti socialiste
- Le Monde
- LCP – Assemblée nationale
- Reuters via Zonebourse
- El País
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).