Wirtschaft

Drei Prozent der Beschäftigten bilden Frankreichs Berufsspitze

Frankreichs berufliche Spitzengruppe ist überwiegend männlich, akademisch geprägt und besonders gut bezahlt. Insee-Daten zeigen zugleich erhebliche Unterschiede bei Einkommen und sozialer Herkunft.

Paris – 06.09.2026: Rund 830.000 Menschen und damit etwa drei Prozent der Erwerbstätigen in Frankreich zählen laut Insee zur Spitze der beruflichen Hierarchie. Eine am Sonntag veröffentlichte Auswertung von Franceinfo greift die jüngste Untersuchung des Statistikamts auf. Erfasst werden Tätigkeiten mit besonders großer Verantwortung oder hoher fachlicher Expertise, nicht lediglich die höchsten Einkommen.

Die Insee-Analyse beruht überwiegend auf Daten der Jahre 2021 bis 2023 für das französische Mutterland. Den größten Anteil bilden mit 30 Prozent Angehörige freier Berufe, darunter Ärzte, Anwälte und Architekten. Auf Hochschullehrer und wissenschaftliche Berufe entfallen 21 Prozent, auf Ingenieure und technische Führungskräfte 17 Prozent. Weitere 15 Prozent arbeiten in leitenden Verwaltungs- und Vertriebsfunktionen von Unternehmen.

Der Zugang zu diesen Positionen hängt eng mit Ausbildung und Berufserfahrung zusammen. Nach Arbeitsmarktdaten für 2025 verfügen 88 Prozent der Spitzengruppe über einen Hochschulabschluss nach mindestens drei Studienjahren. In der gesamten Erwerbsbevölkerung beträgt dieser Anteil 33 Prozent. Vier von zehn Menschen in Spitzenberufen sind mindestens 50 Jahre alt; unter allen Erwerbstätigen liegt der entsprechende Anteil bei 30 Prozent.

Auch das Geschlechterverhältnis unterscheidet sich deutlich vom übrigen Arbeitsmarkt. In den Jahresdaten für 2025 weist Insee 390.000 Frauen und 582.000 Männer in den betreffenden Berufsgruppen aus. Frauen stellen somit rund 40 Prozent, obwohl sie knapp die Hälfte aller Erwerbstätigen ausmachen. Unter den mindestens 50-Jährigen ist der Männeranteil besonders hoch.

Selbstständige prägen diese Berufsspitze stärker als andere Teile der Arbeitswelt. In der langfristig untersuchten Gruppe arbeitet mehr als ein Drittel auf eigene Rechnung, verglichen mit zwölf Prozent in der gesamten Erwerbsbevölkerung. Die jüngsten Jahresdaten weisen einen Anteil von 31 Prozent aus. Vor allem in freien Berufen führen viele Laufbahnen außerhalb klassischer Angestelltenverhältnisse an die Spitze; die Mehrheit bleibt dennoch abhängig beschäftigt.

Das mittlere jährliche Erwerbseinkommen der Vollzeitbeschäftigten in dieser Gruppe lag 2022 bei 76.300 Euro und damit beim 2,6-Fachen des Medians aller Erwerbstätigen. 69 Prozent zählten zum einkommensstärksten Zehntel. Die übrigen 31 Prozent erreichten diese Schwelle nicht, etwa wegen Teilzeitarbeit oder eines noch frühen Karrierestadiums.

Innerhalb der Spitzengruppe bestehen erhebliche Unterschiede. Vollzeitbeschäftigte Männer erzielten 2022 ein Medianeinkommen von 83.200 Euro, Frauen 67.400 Euro. Der Abstand betrug damit 19 Prozent. Auch die soziale Herkunft wirkt fort: Bei 30 Prozent übte mindestens ein Elternteil bereits eine leitende oder akademische Tätigkeit aus.

Quellen

  • Franceinfo, Sendung C'est mon boulot, 06.09.2026
  • Insee Analyses Nr. 122, 08.07.2026
  • Insee, Jahresdaten 2025 zu Führungskräften und hochqualifizierten Fachleuten

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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