La Chapelle-Saint-Mesmin – 16.10.2026: Der traditionsreiche Glashersteller Duralex erhält einen neuen Eigentümer. Das Handelsgericht in Orléans bestätigte am Mittwoch, 14. Oktober, die Übernahme durch die Holding Tomé des Unternehmers Cédric Mestron. Damit kann die Produktion am historischen Standort in La Chapelle-Saint-Mesmin im Département Loiret fortgeführt werden. Die Entscheidung schließt das Verfahren ab, das mit der gerichtlichen Sanierung Anfang Juni begonnen hatte.
Nach Angaben von Orléans Métropole sieht das ausgewählte Angebot den Erhalt von 155 Arbeitsplätzen vor. Zuletzt waren noch rund 220 Menschen in dem Werk beschäftigt. Für etwa 65 Beschäftigte bringt der Eigentümerwechsel somit den Verlust ihrer Stelle. Tomé setzte sich vor Gericht gegen ein weiteres industrielles Übernahmeangebot durch. Ein wesentlicher Grund für die Wahl war die höhere Zahl der zugesagten Arbeitsplätze.
Mestron führt Tomé gemeinsam mit einem Kreis von Investoren. Zuvor hatte er bereits Tupperware France übernommen und im Juni 2026 den Reifenbetrieb Black Star in Béthune gekauft. Mit Duralex kommt eine Marke hinzu, deren gehärtete Trinkgläser weit über Frankreich hinaus bekannt sind. Über Jahrzehnte prägten sie den Alltag in Schulen, Kantinen und Privathaushalten.
Der Verkauf beendet eine kurze und schwierige Phase als Mitarbeitergenossenschaft. Das Handelsgericht hatte dieses Modell im Juli 2024 als Rettungslösung ausgewählt und damit zunächst sämtliche Stellen bewahrt. Beschäftigte sowie Tausende private Unterstützer beteiligten sich an dem Vorhaben. Knapp zwei Jahre später geriet der Betrieb jedoch erneut in finanzielle Schwierigkeiten. Die im Juni angeordnete Sanierung war nach Darstellung der Stadtregion bereits die fünfte schwere Krise des Unternehmens innerhalb von etwa zwei Jahrzehnten.
Tomé plant laut Orléans Métropole eine industrielle Neuordnung des Werks. Dazu gehören angepasste Produktionskapazitäten, eine Entschuldung und langfristig der Einbau eines elektrischen Schmelzofens. Dieser soll nach gegenwärtiger Planung bis 2029 in Betrieb gehen. Die Investition soll den Energieverbrauch und die Klimabelastung der Glasherstellung verringern. Gerade die hohen Energiekosten hatten Duralex in früheren Krisen erheblich belastet.
Für die örtliche Wirtschaft bleibt das Werk ein wichtiger Industriestandort. Orléans Métropole hatte das Fabrikgelände 2024 erworben, um die Genossenschaftslösung abzusichern. Mit Tomé wurde nun ein Mietkaufvertrag vereinbart. Grundstück und Gebäude bleiben dadurch zunächst eng an die öffentliche Unterstützung für den Erhalt der Produktion gebunden.
Die Übernahme bewahrt die Marke und einen großen Teil der Belegschaft, geht aber mit deutlichem Stellenabbau einher. Tomé muss nun die angekündigte Modernisierung finanzieren und den mehrfach durch Krisen gegangenen Betrieb stabilisieren. La Chapelle-Saint-Mesmin bleibt der Produktionsstandort von Duralex.
Quellen
- Franceinfo, Bericht zur Übernahme von Duralex
- Orléans Métropole, Mitteilung zur Übernahme von Duralex
- Le Monde, Bericht zur Entscheidung des Handelsgerichts in Orléans
- Le Parisien, Angaben zum Übernahmeangebot und zur Beschäftigung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).