Paris – 09.09.2026: Rekordpreise für Benzin und Diesel erhöhen den Druck auf die französische Regierung. Während viele Autofahrer eine rasche Entlastung erwarten, setzt Paris auf begrenzte Hilfen für besonders betroffene Berufsgruppen. Eine allgemeine Preisfestsetzung ist im französischen Mutterland nicht vorgesehen. Die Preise an den Zapfsäulen ergeben sich aus den internationalen Notierungen für Rohöl und Raffinerieprodukte, dem Euro-Dollar-Kurs, Transportkosten, Steuern sowie den Margen von Mineralölwirtschaft und Handel.
Die jüngste Verteuerung führt die Regierung vor allem auf die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, den militärischen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sowie Engpässe bei den Raffineriekapazitäten zurück. Diese Faktoren verteuern die Importe und lassen sich von Paris kurzfristig kaum beeinflussen. Eine Senkung der Energiesteuern würde zwar unmittelbar wirken, zugleich aber den Staatshaushalt belasten. Zudem käme sie unabhängig vom Einkommen allen Autofahrern zugute.
Stattdessen verlängerte die Regierung Anfang September gezielte Hilfen für September und Oktober 2026. Landwirte erhalten weiterhin 15 Cent je Liter, Fischer 25 Cent und Unternehmen des Baugewerbes 20 Cent. Die monatlichen Kosten veranschlagt die Regierung auf 55 Millionen Euro für die Landwirtschaft, sechs Millionen Euro für die Fischerei und acht Millionen Euro für das Baugewerbe.
Arbeitnehmer mit geringem Einkommen, die auf ihr eigenes Fahrzeug angewiesen sind, können die sogenannte Vielfahrerhilfe noch bis zum 30. September 2026 beantragen. Die einmalige Zahlung beträgt 100 Euro. Nach Berechnungen der Regierung entspricht dies über sechs Monate einer Entlastung von 20 Cent je Liter. Anspruch haben unter anderem Beschäftigte und Selbstständige mit einem Referenzsteuereinkommen von höchstens 16.880 Euro je Steueranteil. Voraussetzung ist außerdem ein Arbeitsweg von mehr als 15 Kilometern je Strecke oder eine jährliche berufliche Fahrleistung von mehr als 8.000 Kilometern.
Der gezielte Ansatz begrenzt die öffentlichen Ausgaben, lässt jedoch viele Autofahrer ohne direkte Kompensation. Eine frühere Unterstützung für Transportunternehmen lief Ende August aus. Die Regierung verweist auf vertragliche Preisgleitklauseln, mit denen höhere Treibstoffkosten in Transportrechnungen einfließen können. Ein Teil der Belastung dürfte damit an Auftraggeber und über höhere Preise schließlich an Verbraucher weitergereicht werden.
Zusätzlich setzt Paris auf Marktaufsicht und Transparenz. Die Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung kontrollierte im März 2026 innerhalb von drei Tagen 632 Tankstellen; in fünf Prozent der Fälle folgten Sanktionen. Die Prüfer vergleichen gemeldete Preise mit den Anzeigen an den Stationen und den tatsächlich verlangten Beträgen. Solange die Energiekrise anhält, will die Regierung außerdem die Vertriebsmargen veröffentlichen.
Quellen
- Franceinfo
- Französische Regierung
- Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
- Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).