Paris – 11.10.2026: Raphaël Glucksmann soll die sozialdemokratische Linke bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 vertreten. Der Europaabgeordnete und Vorsitzende von Place publique gewann die gemeinsame Vorwahl seiner Partei, des Parti socialiste und der Gauche républicaine et socialiste bereits im ersten Wahlgang mit 66,17 Prozent. Nach Angaben der Organisatoren erhielt er 79.613 Stimmen.
An der digitalen Abstimmung beteiligten sich 120.787 Menschen. Olivier Faure, Erster Sekretär des Parti socialiste, kam mit 17.398 Stimmen auf 14,46 Prozent. Der deutliche Abstand beendet einen Wettbewerb, der über Wochen vor allem als Richtungsstreit zwischen dem Vorsitzenden der Sozialisten und dem politischen Kopf von Place publique geführt worden war.
Die Vorwahl sollte einen gemeinsamen Kandidaten des sozialdemokratischen Spektrums für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 bestimmen. Neben Glucksmann und Faure traten die frühere Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal, der sozialistische Abgeordnete Jérôme Guedj sowie Emmanuel Maurel von der Gauche républicaine et socialiste an. Weil Glucksmann sofort die absolute Mehrheit erreichte, entfällt der für den 16. und 17. Oktober vorgesehene zweite Wahlgang.
Der Sieg bestätigt zugleich Glucksmanns Abgrenzung von La France insoumise. Er hatte vor der Abstimmung mehrfach erklärt, die Partei von Jean-Luc Mélenchon solle keinen Platz in einer von ihm geführten Regierungsmehrheit erhalten. Faure warb hingegen für eine möglichst breite Sammlung der Linken, ohne sich eindeutig auf ein Bündnis mit La France insoumise festzulegen. Seine Niederlage schwächt diese stärker auf Zusammenarbeit ausgerichtete Linie im Parti socialiste.
Nach Bekanntgabe des Ergebnisses erkannte Faure seine Niederlage an und würdigte Glucksmanns Erfolg. Der Sieger will sein Bündnis nun über die drei an der Vorwahl beteiligten Organisationen hinaus erweitern. Sein Angebot richtet sich vor allem an sozialdemokratische, ökologische und linksliberale Kräfte, die sich weder La France insoumise noch dem politischen Zentrum anschließen wollen.
Das Ergebnis stärkt zudem Place publique gegenüber dem traditionsreichen Parti socialiste. Glucksmann führte 2024 die gemeinsame sozialdemokratische Liste bei der Europawahl an und hat seine Bewegung seither als eigenständige Kraft ausgebaut. Der klare Vorsprung verschafft ihm eine starke Position bei der Bildung seines Wahlkampfteams und bei möglichen Absprachen mit weiteren Parteien.
Eine Einigung der gesamten französischen Linken bedeutet seine Kandidatur dennoch nicht. La France insoumise verfolgt einen eigenen Kurs; weitere linke Formationen nahmen an der Vorwahl ebenfalls nicht teil. Glucksmann besitzt damit ein formelles Mandat seines politischen Lagers, dessen Grenzen durch den Teilnehmerkreis der Abstimmung jedoch klar gezogen sind.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- RTL
- LCP – Assemblée nationale
- Place publique
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).