Politik & Gesellschaft

Raphaël Glucksmann gewinnt Vorwahl der französischen Sozialdemokraten

Raphaël Glucksmann gewinnt die Vorwahl von Sozialisten und Place publique mit 66,17 Prozent. Damit tritt er 2027 für das sozialdemokratische Lager an.

Paris – 11.10.2026: Raphaël Glucksmann hat die Vorwahl der französischen Sozialdemokratie bereits im ersten Durchgang klar gewonnen. Der Europaabgeordnete und Mitbegründer von Place publique erhielt nach Angaben der Wahlorganisation 79.613 Stimmen und damit 66,17 Prozent. Bei der Präsidentschaftswahl 2027 wird er von der Parti socialiste, Place publique und der Gauche républicaine et socialiste unterstützt.

Der Erste Sekretär der Sozialisten, Olivier Faure, kam auf 14,46 Prozent. Die frühere Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal erreichte 7,62 Prozent, der Abgeordnete Emmanuel Maurel 5,92 Prozent und sein Parlamentskollege Jérôme Guedj 5,83 Prozent. Glucksmanns Vorsprung machte einen zweiten Wahlgang überflüssig und bescherte ihm einen deutlichen Erfolg über den Vorsitzenden der traditionsreichen sozialistischen Partei.

An der elektronischen Abstimmung beteiligten sich 120.787 registrierte Wähler; die Wahlbeteiligung betrug 89,82 Prozent. Das ursprünglich auf zwei Tage angelegte Verfahren war nach einer Cyberattacke auf die Wahlplattform verlängert worden. Nach Darstellung der Organisatoren wurde das System durch fingierte Verbindungsanfragen überlastet. Der Zugang sei zeitweise erschwert gewesen, die Stimmabgabe habe jedoch fortgesetzt werden können.

Nach der Verkündung des Ergebnisses bezeichnete Glucksmann die Vorwahl als gemeinsamen Erfolg. Er verband seinen Sieg mit dem Anspruch, bei der Präsidentschaftswahl eine sozialdemokratische Alternative zu formieren, die soziale Gerechtigkeit, ökologische Politik und den Schutz republikanischer Institutionen verbindet. Zugleich räumte er ein, dass das Votum des eigenen Lagers keine Vorentscheidung für die landesweite Wahl darstellt.

Faure akzeptierte das Ergebnis und erklärte, Glucksmann habe eine Mehrheit der Abstimmenden überzeugt. Die Bewerber hatten sich vorab verpflichtet, den Sieger des Verfahrens zu unterstützen. Auch Royal sagte ihre Mitarbeit zu, knüpfte sie jedoch an das Ziel, Linke und ökologische Kräfte breiter zusammenzuführen.

Genau an dieser Frage verläuft die politische Trennlinie. Glucksmann hatte im Vorwahlkampf eine Zusammenarbeit mit La France insoumise und deren Gründer Jean-Luc Mélenchon abgelehnt. Marine Tondelier von den Écologistes kritisierte diese Haltung am Sonntag als Rückzug aus dem Bemühen um eine umfassende linke Allianz. Vertreter von La France insoumise reagierten ebenfalls ablehnend auf Glucksmanns Kandidatur.

Die Abstimmung gibt Glucksmann ein klares Mandat im sozialdemokratischen Lager, schafft aber keine gemeinsame Kandidatur der französischen Linken. Sein Profil ist europafreundlich, von der Unterstützung der Ukraine und der Abgrenzung gegenüber Mélenchons Partei geprägt. Der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahl ist für April 2027 vorgesehen, die Stichwahl für Mai. Frankreichs früherer Präsident François Hollande nahm an der Vorwahl nicht teil.

Quellen

  • Franceinfo
  • LCP – Assemblée nationale
  • Public Sénat
  • RTL
  • El País / EFE
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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