Wirtschaft

Internationaler Währungsfonds mahnt Frankreich zu glaubwürdigem Schuldenabbau

IWF-Chefin Kristalina Georgieva rechnet mit einem langen Weg zu niedrigeren Defiziten und neuem Marktvertrauen. Wirtschaftsminister Roland Lescure hält Frankreichs Kreditwürdigkeit weiterhin für solide.

Paris – 14.10.2026: Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Kristalina Georgieva, hat Frankreich zu einem langfristig glaubwürdigen Abbau von Defizit und Staatsverschuldung aufgefordert. Es werde Zeit brauchen, bis das Land bei seinen öffentlichen Finanzen wieder ein Niveau erreiche, das den Finanzmärkten hinreichendes Vertrauen vermittle. Die Mahnung fällt mit dem Beginn der parlamentarischen Beratungen über den Haushaltsentwurf für 2027 zusammen.

Wirtschaftsminister Roland Lescure widersprach am Mittwoch dem Eindruck, Frankreich könne das Vertrauen seiner Geldgeber verlieren. Das Land genieße weiterhin das Vertrauen der Märkte, erklärte er. Für diese Einschätzung spricht die fortbestehende Nachfrage nach französischen Staatsanleihen. Offen bleibt jedoch, zu welchen Konditionen der Staat neue Schulden aufnehmen und fällige Papiere ersetzen kann.

Der Regierungsentwurf für 2027 sieht vor, das öffentliche Defizit auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu begrenzen. Das Wirtschafts- und Finanzministerium verbindet diese Zielmarke mit Ausgabendisziplin und dem Schutz vorrangiger staatlicher Investitionen. Der Etat muss allerdings eine politisch stark fragmentierte Nationalversammlung passieren. Seine finanzpolitische Glaubwürdigkeit hängt daher auch davon ab, ob die vorgesehenen Einsparungen und Einnahmen parlamentarisch Bestand haben.

Die Finanzierungskonditionen haben sich seit dem Herbst verschärft. Nach Angaben des Senats lag der Zinsabstand zwischen zehnjährigen französischen und deutschen Staatsanleihen Anfang Oktober bei mehr als 150 Basispunkten. Ein solcher Abstand war seit der europäischen Staatsschuldenkrise der frühen 2010er-Jahre nicht mehr erreicht worden. Steigende Renditen verteuern schrittweise die Bedienung neuer und fälliger Schulden und engen damit den Spielraum künftiger Haushalte ein.

Der Internationale Währungsfonds hatte Frankreich bereits im Sommer zu einer entschlosseneren Haushaltskorrektur aufgefordert. Seine Fachleute verwiesen auf die Notwendigkeit, den Schuldenstand zu stabilisieren und die mittelfristigen Wachstumsaussichten durch Reformen zu verbessern. Georgievas jüngste Äußerung richtet den Blick nun stärker auf die Umsetzung: Investoren bewerten Zielmarken danach, wie wahrscheinlich Regierung und Parlament sie tatsächlich erreichen können.

Lescure warb zuletzt bei internationalen Banken und Vermögensverwaltern in London für den französischen Haushaltskurs. Die Regierung hofft, dass ein verabschiedeter Etat und ein nachvollziehbarer Defizitabbau die Risikoaufschläge wieder verringern. Frankreich verfügt weiterhin über einen großen und liquiden Markt für Staatsanleihen sowie eingespielte Strukturen für deren Ausgabe.

Dennoch begrenzen das hohe Defizit, wachsende Zinskosten und die unsicheren Mehrheitsverhältnisse den finanzpolitischen Spielraum. Der im Entwurf festgeschriebene Defizitwert von fünf Prozent für 2027 ist deshalb der konkrete Prüfstein für Regierung, Parlament und Investoren.

Quellen

  • Franceinfo
  • Internationaler Währungsfonds
  • Französisches Wirtschafts- und Finanzministerium
  • Französischer Senat
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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