Washington – 13.10.2026: Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für Frankreich deutlich gesenkt. Nach dem am Dienstag veröffentlichten Herbstgutachten soll das französische Bruttoinlandsprodukt 2026 lediglich um 0,4 Prozent wachsen. Im Juli hatte der Fonds noch ein Plus von 0,6 Prozent erwartet. Für 2027 rechnet er nun mit 0,7 Prozent Wachstum, ebenfalls 0,2 Prozentpunkte weniger als zuvor.
Frankreich fällt damit hinter den Durchschnitt der Eurozone zurück. Für die Länder mit der gemeinsamen Währung erwartet der Fonds 2026 ein Wachstum von 1,1 Prozent. Gegenüber der Juli-Prognose entspricht dies einer Anhebung um 0,2 Prozentpunkte. Die Erwartung für 2027 bleibt unverändert bei 1,2 Prozent.
Die gegenläufigen Korrekturen machen den Abstand besonders sichtbar: Während der Ausblick für die Eurozone insgesamt günstiger ausfällt, traut der Fonds der französischen Wirtschaft weniger Dynamik zu. Die Angaben beziehen sich auf die Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorjahr. Es handelt sich um Schätzungen, die von der weiteren Entwicklung der Nachfrage, der Preise und der politischen Rahmenbedingungen abhängen.
Auch den Ausblick für die Weltwirtschaft hob der Fonds leicht an. Er erwartet für 2026 nun ein globales Wachstum von 3,1 Prozent, nachdem die Prognose im Juli noch bei 3,0 Prozent gelegen hatte. Die Weltwirtschaft habe sich trotz geopolitischer Belastungen widerstandsfähiger entwickelt als befürchtet. Investitionen in Technologien der künstlichen Intelligenz hätten dazu beigetragen.
Zugleich warnt die Institution vor erheblichen Risiken. Hohe Energiepreise und die Folgen des Krieges im Nahen Osten könnten die wirtschaftliche Entwicklung belasten. Besonders betroffen wären energieabhängige Staaten und Unternehmen in Europa. Unsicherheit im Welthandel und an den Finanzmärkten kann zudem Investitionen verzögern und den privaten Konsum dämpfen.
Für Frankreich hatte der Internationale Währungsfonds bereits im Frühjahr eine schwache Konjunktur sowie erhebliche innen- und außenwirtschaftliche Unsicherheiten festgestellt. Damals sagte er für 2026 noch ein Wachstum von 0,7 Prozent voraus. Seitdem hat der Fonds seine Erwartung in zwei Schritten um insgesamt 0,3 Prozentpunkte verringert.
Die Prognose erscheint zum Auftakt der Jahrestagungen von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington. Solche Berechnungen dienen Regierungen, Zentralbanken und Unternehmen als Orientierung, ersetzen jedoch keine amtlichen Konjunkturdaten. Der Fonds aktualisiert seinen Ausblick mehrmals im Jahr, weil Energiepreise, Handelsbedingungen, politische Entscheidungen und die globale Nachfrage die wirtschaftliche Entwicklung verändern können. Für Frankreich fällt die jüngste Revision dennoch eindeutig aus: Unter den derzeitigen Annahmen erwartet der Fonds 2026 nur wenig wirtschaftlichen Auftrieb.
Quellen
- Franceinfo: Bericht zur Herbstprognose des Internationalen Währungsfonds
- Internationaler Währungsfonds: World Economic Outlook, Oktober 2026
- Associated Press: Bericht zu den Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds
- Agence France-Presse: Übersicht der Wachstumsprognosen
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).