Wirtschaft

Internationaler Währungsfonds warnt Frankreich vor langem Weg zurück zum Vertrauen der Märkte

Frankreich will sein Haushaltsdefizit 2027 auf 5 Prozent der Wirtschaftsleistung senken. IWF-Chefin Kristalina Georgieva warnt jedoch: Verlorenes Vertrauen lässt sich nur langsam zurückgewinnen.

Paris – 14.10.2026: Frankreich wird nach Einschätzung der Chefin des Internationalen Währungsfonds, Kristalina Georgieva, Zeit benötigen, um das volle Vertrauen der Finanzmärkte zurückzugewinnen. Ihre Warnung fällt in eine heikle Phase: Die Nationalversammlung hat am Dienstag, dem 13. Oktober, mit der Beratung des Haushaltsentwurfs für 2027 begonnen. Die Regierung will das öffentliche Defizit im kommenden Jahr auf 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts senken.

Gegenüber den für 2026 erwarteten 5,4 Prozent wäre dies eine Verbesserung. Die Zielmarke läge jedoch weiterhin deutlich über der europäischen Referenzgrenze von 3 Prozent. Nach Angaben der Regierung und der französischen Schatzdirektion soll die Konsolidierung vor allem durch Einsparungen und zusätzliche Einnahmen gelingen. Der am 1. Oktober vorgelegte Entwurf muss allerdings ein politisch zersplittertes Parlament passieren.

Georgievas Mahnung verweist auf den Unterschied zwischen angekündigter und tatsächlich umgesetzter Haushaltskorrektur. Investoren bewerten nicht allein die Defizitzahl in einem Entwurf. Sie prüfen ebenso, ob Ausgabenkürzungen, Steuermaßnahmen und Reformen parlamentarisch Bestand haben. Ein rechtzeitig verabschiedetes Haushaltsgesetz wäre deshalb ein wichtiges Signal, könnte verlorenes Vertrauen aber nicht auf einen Schlag wiederherstellen.

Die Finanzierungskonditionen des französischen Staates haben sich bereits verschärft. Im Finanzausschuss des Senats wurde in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen seit dem Herbst auf mehr als 150 Basispunkte gestiegen sei. Höhere Renditen verteuern die Aufnahme neuer Schulden schrittweise. Damit wächst der Anteil der Zinsausgaben am Haushalt, während der Spielraum für andere politische Vorhaben schrumpft.

Auch die wirtschaftlichen Aussichten erschweren den Konsolidierungskurs. Der Internationale Währungsfonds erwartet für Frankreich 2026 lediglich ein Wachstum von 0,4 Prozent, für 2027 prognostiziert er 0,7 Prozent. Bei schwacher Konjunktur steigen die Steuereinnahmen langsamer; zugleich lässt sich das Verhältnis von Staatsschulden zur Wirtschaftsleistung schwerer stabilisieren.

Der unabhängige Hohe Rat für öffentliche Finanzen beziffert die geplante Verringerung des Defizits für 2027 auf 0,4 Prozentpunkte. Dahinter steht vor allem eine strukturelle Verbesserung des Haushaltssaldos um 0,5 Prozentpunkte der potenziellen Wirtschaftsleistung. Konjunkturelle Faktoren dürften den Saldo nach Einschätzung des Gremiums zugleich weiter leicht belasten.

Die Haushaltsberatung ist damit ein Glaubwürdigkeitstest gegenüber Parlament, europäischen Partnern und Kapitalmarkt. Selbst ein Defizit von 5 Prozent bedeutete noch keine Rückkehr unter die europäische Grenze. Nach dem Plan der Regierung soll Frankreich diese erst 2029 wieder unterschreiten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französische Schatzdirektion
  • Nationalversammlung
  • Hoher Rat für öffentliche Finanzen
  • Internationaler Währungsfonds
  • Senat

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels