Paris – 05.10.2026: Loïk Le Priol hat gegen seine Verurteilung zu 26 Jahren Haft Berufung eingelegt. Das berichtete Franceinfo am Montag. Der 32-Jährige war am 25. September vom Pariser Schwurgericht des Mordes an dem früheren argentinischen Rugby-Nationalspieler Federico Martin Aramburu schuldig gesprochen worden. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.
Bereits am Freitag, dem 2. Oktober, hatte der mitangeklagte Romain Bouvier seine Verurteilung zu 19 Jahren Haft angefochten. Das Gericht hatte ihn wegen versuchten Mordes verurteilt. Beide Männer nutzten damit die gesetzliche Frist von zehn Tagen für eine Berufung. Der Fall muss nun vor einem anders besetzten Schwurgericht neu verhandelt werden.
Aramburu war am frühen Morgen des 19. März 2022 nach einem Streit im Pariser Viertel Saint-Germain-des-Prés erschossen worden. Der 42-Jährige hatte zuvor mit seinem Freund Shaun Hegarty in der Brasserie Le Mabillon gesessen. Später fielen auf dem Boulevard Saint-Germain die tödlichen Schüsse. Aramburu hatte 22 Länderspiele für Argentinien bestritten und mit Biarritz Olympique 2005 und 2006 die französische Meisterschaft gewonnen.
Die Geschworenen folgten in ihrem Urteil nicht der Annahme der Staatsanwaltschaft, die Angeklagten hätten mit Vorbedacht gehandelt. Le Priol wurde dennoch wegen Mordes verurteilt, Bouvier wegen versuchten Mordes. Nach den im Prozess erörterten Abläufen schoss zunächst Bouvier; anschließend feuerte auch Le Priol auf Aramburu. Die Staatsanwaltschaft hatte für Le Priol 27 Jahre und für Bouvier 20 Jahre Haft beantragt.
Im selben Verfahren standen zwei weitere Personen vor Gericht. Lyson Rochemir, die damalige Partnerin Le Priols, wurde vom Vorwurf der Beihilfe zum versuchten Mord freigesprochen. Wegen der Beseitigung und Verheimlichung von Beweismitteln erhielt sie drei Jahre Haft, davon 30 Monate auf Bewährung. Antony Sorrentino wurde zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts hatte er Bouvier nach den Schüssen bei der Flucht unterstützt.
In dem mehrwöchigen Prozess waren die Minuten nach dem Streit, die Fahrten der Beteiligten durch Paris und ihr Umgang mit Beweismitteln rekonstruiert worden. Mit den Berufungen wird die strafrechtliche Verantwortung der beiden Hauptangeklagten erneut vollständig geprüft. Für Aramburus Angehörige bedeutet dies, dass das Verfahren mehr als vier Jahre nach der Tat fortgesetzt wird.
Der Tod des früheren Außendreiviertels hatte in Frankreich und Argentinien große Anteilnahme ausgelöst. Mit den Rechtsmitteln von Le Priol und Bouvier sind nun beide Urteile gegen die mutmaßlichen Schützen angefochten.
Quellen
- Franceinfo
- Cour d'appel de Paris
- Associated Press
- La Dépêche
- Rugbyrama
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).