Politik & Gesellschaft

Tanguy verteidigt Bardellas Migrationspakt mit Farage

Der RN-Abgeordnete Jean-Philippe Tanguy nennt die Vereinbarung von Jordan Bardella und Nigel Farage mutig und folgerichtig. Wirksam würde sie allerdings nur, wenn beide Parteien Regierungsverantwortung übernähmen.

Birmingham – 06.09.2026: Der Abgeordnete Jean-Philippe Tanguy vom Rassemblement National hat den Migrationspakt verteidigt, den Parteichef Jordan Bardella am 4. September in Birmingham mit Nigel Farage unterzeichnet hat. Tanguy bezeichnete die Vereinbarung als mutig und folgerichtig. Das Dokument soll eine gemeinsame Linie des Rassemblement National und der britischen Partei Reform UK gegen irreguläre Überfahrten über den Ärmelkanal festlegen.

Kern des Protokolls ist die Zusage, dass britische Behörden Boote abfangen könnten, die von der französischen Küste gestartet sind und britische Hoheitsgewässer erreichen. Die Menschen an Bord sollen demnach nach Frankreich zurückgebracht werden. Voraussetzung wäre, dass sowohl Reform UK als auch der Rassemblement National künftig Regierungsverantwortung übernehmen. Das Papier begründet deshalb weder sofortige Rückführungen noch schafft es gegenwärtig neue Verpflichtungen für Frankreich oder Großbritannien.

Bardella und Farage präsentierten die Unterschrift auf dem Parteitag von Reform UK als politische Verständigung zwischen zwei Parteien, die für strengere Grenzkontrollen eintreten. Bardella erklärte, Frankreich dürfe nicht als Durchgangsland auf dem Weg nach Dover oder Folkestone fungieren. Farage verband den Pakt mit dem Ziel, Überfahrten in kleinen Booten über den Ärmelkanal dauerhaft zu unterbinden.

Die Vereinbarung hat in Frankreich parteiübergreifend Kritik hervorgerufen. Édouard Philippe, ehemaliger Premierminister und Vorsitzender von Horizons, wertete sie als Kurswechsel des Rassemblement National: Bardella akzeptiere damit, dass in britischen Gewässern abgefangene Menschen nach Frankreich gebracht würden. Jean-Luc Mélenchon von La France insoumise warf dem RN vor, Frankreich eine Rolle als Aufnahmeland für britische Rückweisungen zuzuweisen.

Der Streit betrifft vor allem die politische Deutung der Rücknahme. Tanguy und die RN-Spitze stellen sie als Teil einer umfassenderen Abschottungspolitik dar, die Abfahrten bereits an der französischen Küste verhindern soll. Gegner verweisen dagegen darauf, dass das Protokoll Frankreich zur Aufnahme der von Großbritannien zurückgebrachten Menschen verpflichten würde, sollten beide Parteien an die Macht kommen.

Institutionell ist der Vorstoß von den bestehenden Vereinbarungen zwischen Paris und London zu trennen. Migrationspolitik, Grenzschutz und Rückführungen werden von den amtierenden Regierungen ausgehandelt und unterliegen nationalem, europäischem und internationalem Recht. Ein zwischen Parteien geschlossenes Memorandum kann diese Regeln nicht ändern. Seine unmittelbare Wirkung ist daher politisch, nicht rechtlich.

Der Auftritt in Birmingham markiert zugleich eine sichtbare Annäherung zwischen Bardella und Farage. Beide verbinden die Migrationsfrage mit dem Anspruch, ihre Parteien als künftige Regierungsparteien zu präsentieren. Der konkrete Inhalt des Papiers bleibt jedoch an zwei Voraussetzungen gebunden: einen Wahlsieg des Rassemblement National in Frankreich und einen Regierungswechsel zugunsten von Reform UK im Vereinigten Königreich.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Reform UK
  • Reuters via Boursorama

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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