Nach den Ausschreitungen vom 17. und 18. Oktober rückt die wirtschaftliche Schadensbilanz in den Vordergrund. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte für Beschäftigte betroffener Unternehmen eine hundertprozentige Übernahme der Kurzarbeitskosten an; sie soll ab Dienstag gelten. Zusätzlich plant die Regierung einen speziellen Unterstützungsfonds für Läden, die nach Plünderungen, zerstörten Schaufenstern oder Bränden rasch Geld für die Wiederaufnahme ihres Betriebs benötigen.
Die Zahl von mindestens 3.000 geschädigten Geschäften verweist auf eine landesweite Lage, die weit über die Pariser Einkaufsstraßen hinausgeht. Handelsvertreter sprechen von Schäden in Höhe mehrerer hundert Millionen Euro. Berichte aus Bordeaux, Lyon, Nantes und weiteren Städten zeigen, dass Luxusgeschäfte, Elektronikhändler, Supermärkte und kleine Läden gleichermaßen getroffen wurden. Regionen und Kommunen drängen zudem auf steuerliche und soziale Zahlungsaufschübe, weil der Schaden häufig aus Reparaturkosten und ausgefallenem Umsatz zugleich besteht.