Paris – 29.09.2026: Der Vorsitzende des Rassemblement National, Jordan Bardella, weist den Vorwurf zurück, im Jahr 2013 antisemitische Nachrichten verfasst zu haben. Das Investigativmedium Mediapart veröffentlichte am Montag nach eigener Darstellung Auszüge aus privaten schriftlichen Unterhaltungen jener Zeit. Darin werden Bardella judenfeindliche Stereotype und verschwörungsideologische Aussagen zugeschrieben. Eine unabhängige Prüfung der Dokumente durch diese Redaktion liegt nicht vor.
Bardella erklärte gegenüber Mediapart, er bestreite formell, solche Aussagen öffentlich oder privat, mündlich oder schriftlich gemacht zu haben. Die ihm zugeschriebenen Texte bezeichnete er als grobe Fälschungen. Nach übereinstimmenden Medienberichten erstattete sein Anwalt Anzeige wegen Verleumdung. Damit erhält der politische Streit eine juristische Dimension. Ob Herkunft und Echtheit der veröffentlichten Nachrichten Gegenstand eingehender Ermittlungen werden, ist bislang offen.
Laurent Jacobelli, Sprecher des Rassemblement National und Abgeordneter aus dem Département Moselle, verteidigte den Parteivorsitzenden am Dienstag. Er sprach von einer möglichen Manipulation oder groben Fälschung. Die Partei stellt sich damit geschlossen hinter Bardella und bestreitet bereits die Urheberschaft der Texte, nicht erst deren politische Bewertung.
Die Nachrichten sollen aus dem Jahr 2013 stammen, als Bardella den Berichten zufolge 17 oder 18 Jahre alt war und sich beim damaligen Front National in Seine-Saint-Denis engagierte. Die Partei wurde 2018 in Rassemblement National umbenannt. Bardella übernahm im November 2022 den Vorsitz von Marine Le Pen und zählt seither zu ihren bekanntesten Repräsentanten.
Politisch trifft die Veröffentlichung den Rassemblement National an einem empfindlichen Punkt. Die Partei bemüht sich seit Jahren, Abstand zur Geschichte des Front National unter Jean-Marie Le Pen herzustellen. Der Parteigründer war wiederholt wegen antisemitischer Äußerungen verurteilt worden. Die heutige Führung erklärt Judenfeindlichkeit für unvereinbar mit ihrer Linie; auch Bardella hat sich mehrfach entsprechend positioniert.
Die Auseinandersetzung erhält zusätzliches Gewicht durch den deutlichen Anstieg antisemitischer Vorfälle in Frankreich seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Krieg im Gazastreifen. Stellungnahmen zu Antisemitismus werden deshalb besonders aufmerksam auf Widersprüche zwischen öffentlichem Anspruch und früheren Äußerungen geprüft.
Mediapart hält an seiner Recherche fest, Bardella bestreitet die Anschuldigungen vollständig. Bislang stehen sich damit die dokumentarischen Angaben des Mediums und das Dementi des Parteivorsitzenden gegenüber. Seine Partei bezeichnet die Veröffentlichung als Fälschung; Bardella lässt den Bericht nun juristisch angreifen.
Quellen
- Franceinfo
- Mediapart
- TV5MONDE
- Le Monde
- Le Journal du Dimanche
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).