Politik & Gesellschaft

RN weist Antisemitismusvorwürfe gegen Jordan Bardella zurück

Mediapart schreibt Jordan Bardella antisemitische Nachrichten aus den Jahren 2013 bis 2015 zu. Der RN-Vorsitzende bestreitet die Urheberschaft; Parteisprecher Thomas Ménagé spricht von einer politischen Operation.

Paris – 29.09.2026: Der Rassemblement National hat die von Mediapart erhobenen Vorwürfe gegen seinen Vorsitzenden Jordan Bardella erneut zurückgewiesen. Thomas Ménagé, Abgeordneter des Départements Loiret und Sprecher der RN-Fraktion in der Nationalversammlung, sagte am Dienstag bei France 2, weder der heutige Bardella noch der Bardella von vor zehn Jahren könne die ihm zugeschriebenen Aussagen gemacht haben. Er bezeichnete deren Inhalt als vollkommen abwegig.

Auslöser ist eine am 28. September veröffentlichte Recherche von Mediapart. Das Investigativmedium schreibt Bardella antisemitische und verschwörungsideologische Äußerungen in privaten schriftlichen Gesprächen aus den Jahren 2013 bis 2015 zu. Bardella war damals ein junger Aktivist des Front National, der später in Rassemblement National umbenannt wurde. Die dokumentierten Nachrichten stammen demnach aus einer frühen Phase seiner politischen Laufbahn.

Bardella bestreitet, der Verfasser zu sein. Gegenüber Mediapart erklärte er, weder öffentlich noch privat, weder mündlich noch schriftlich rassistische oder antisemitische Aussagen dieser Art gemacht zu haben. Nach der Veröffentlichung sprach er von groben Fälschungen und einer gegen ihn gerichteten Destabilisierungsaktion. Seinen Anwalt habe er beauftragt, rechtliche Schritte zu prüfen und einzuleiten.

Ménagé übernahm diese Verteidigungslinie in der Sendung "Les 4 Vérités". Er stellte die Recherche als politische Operation gegen seine Partei dar. Einen öffentlichen Beleg dafür, dass die von Mediapart dokumentierten Nachrichten gefälscht seien, legte er in dem Interview nicht vor. Das Medium beruft sich seinerseits auf die Auswertung früherer schriftlicher Unterhaltungen. Die Echtheit und Urheberschaft der Nachrichten bilden damit den Kern der Auseinandersetzung.

Die Vorwürfe treffen den RN in einer politisch empfindlichen Frage. Unter Marine Le Pen und Bardella hat die Partei über Jahre versucht, Abstand zur Geschichte des Front National und zu dessen antisemitischen Entgleisungen zu gewinnen. Diese Strategie soll den RN als regierungsfähige Kraft erscheinen lassen und seine Akzeptanz über die traditionelle Wählerschaft hinaus vergrößern. Antisemitismusvorwürfe gegen den Parteivorsitzenden berühren daher unmittelbar die Glaubwürdigkeit dieses Kurses.

Eine gerichtliche Bewertung der zugeschriebenen Äußerungen liegt bislang nicht vor. Mediapart hält an seiner Darstellung fest, Bardella weist sie vollständig zurück. Die veröffentlichten Vorwürfe sind deshalb von der bislang ungeklärten Frage zu trennen, wer die Nachrichten tatsächlich verfasst hat.

Ménagé äußerte sich in dem Fernsehinterview außerdem zum Streik im öffentlichen Dienst, zur Bezahlung der Staatsbediensteten und zu dem von Marine Le Pen vertretenen Sparplan über 125 Milliarden Euro. Den größten Raum nahm jedoch seine Verteidigung Bardellas gegen die von Mediapart erhobenen Vorwürfe ein.

Quellen

  • Franceinfo
  • Mediapart
  • Le Monde
  • Reuters via Boursorama

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels