Paris – 29.09.2026: Der Präsident des Rassemblement National, Jordan Bardella, weist den Vorwurf zurück, zu Beginn seiner politischen Laufbahn antisemitische und verschwörungsideologische Nachrichten verfasst zu haben. Das Investigativmedium Mediapart veröffentlichte am Montag, 28. September, eine Recherche über private schriftliche Gespräche, die Bardella zugeschrieben werden. Der Politiker bezeichnet die vorgelegten Inhalte als grobe Fälschungen.
Nach Darstellung von Mediapart stammen die Gespräche aus den Jahren 2013 bis 2015. Bardella war damals zunächst Aktivist des Front National und wurde im September 2013 volljährig. Ein Jahr später übernahm er den Vorsitz der Parteigliederung im Département Seine-Saint-Denis. Die Recherche stütze sich auf Dutzende schriftliche Unterhaltungen, deren Herkunft und Echtheit das Medium nach eigenen Angaben unabhängig geprüft habe.
Die publizierten Nachrichten enthalten laut Mediapart antisemitische Stereotype über Juden, Banken, Israel und eine angebliche weltweite Steuerung politischer Entwicklungen. Sie richten sich dem Bericht zufolge außerdem gegen namentlich genannte jüdische oder als jüdisch wahrgenommene Persönlichkeiten. Bislang handelt es sich um Zuschreibungen des Mediums; eine gerichtliche Feststellung zur Urheberschaft der Nachrichten liegt nicht vor.
Bardella erklärte gegenüber Mediapart schriftlich, er habe weder öffentlich noch privat, weder mündlich noch schriftlich Äußerungen dieser Art gemacht. Nach der Veröffentlichung warf er einer von ihm als parteiisch bezeichneten Presse vor, seine Ehre im Präsidentschaftswahlkampf beschädigen zu wollen. Nach übereinstimmenden Medienberichten will der Vorsitzende des Rassemblement National juristisch gegen Mediapart vorgehen.
Marine Le Pen stellte sich am Montag in Paris hinter ihren politischen Verbündeten. Die frühere Vorsitzende des Rassemblement National bezeichnete die Anschuldigungen als Manipulation. Mediapart-Gründer Edwy Plenel entgegnete, die Veröffentlichung beruhe auf einer mehrmonatigen Recherche und zahlreichen schriftlichen Dokumenten. Der Streit dreht sich daher sowohl um den Inhalt der zugeschriebenen Nachrichten als auch um die Echtheit des Materials.
Politisch trifft die Affäre den Rassemblement National in einer Phase, in der sich die Partei vom historischen Erbe des Front National abzugrenzen versucht. Dessen Gründer Jean-Marie Le Pen wurde wiederholt wegen antisemitischer Äußerungen verurteilt. Bardella und Marine Le Pen haben in den vergangenen Jahren den Kampf gegen Antisemitismus stärker betont und zugleich andere politische Lager angegriffen.
Bardella zählt zu den führenden Persönlichkeiten seiner Partei. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027 gilt er als möglicher Kandidat für das Amt des Regierungschefs, sollte Marine Le Pen die Wahl gewinnen. Die Vorwürfe berühren damit unmittelbar die Glaubwürdigkeit der von der Parteiführung betriebenen Normalisierungsstrategie. Mediapart hält an seiner Recherche fest, während Bardella die Urheberschaft vollständig bestreitet.
Quellen
- Franceinfo
- Mediapart
- Euronews
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).