Tag & Nacht

Haben Sie sich jemals gefragt, wie der Muttertag zu einem solch universellen Fest geworden ist? Trotz unterschiedlicher Traditionen in jedem Land, bleibt der Kern des Muttertags derselbe: die Anerkennung und Würdigung der Mütter um uns herum. Doch wie gestaltet sich dieser Tag in verschiedenen Kulturen, beispielsweise in Frankreich und Deutschland?

Der Ursprung des Muttertags lässt sich bis ins antike Griechenland zurückverfolgen, wo Feierlichkeiten zu Ehren der Göttin Rhea, der Mutter der Götter, stattfanden. Die moderne Form des Muttertags, wie wir sie kennen, hat ihre Wurzeln jedoch in den Vereinigten Staaten. Anna Jarvis führte ihn im Jahr 1908 ein, um die Leistungen aller Mütter zu ehren. Von Amerika aus verbreitete sich dieser Brauch rasch über den Globus und erlangte in zahlreichen Kulturen Bedeutung.


In Deutschland ist der Muttertag zu einer festen Institution geworden, die immer am zweiten Sonntag im Mai gefeiert wird. Ursprünglich in den 1920er Jahren durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber eingeführt, lag der Fokus stark auf kommerziellen Aspekten – Blumen als Geschenke waren und sind ein zentraler Teil des Feiertags. Doch über die Jahre hinweg hat sich der Muttertag zu einem Tag entwickelt, an dem die familiäre Wertschätzung im Vordergrund steht. Kinder basteln Geschenke und Karten, um ihre Liebe und Dankbarkeit auszudrücken.

In Frankreich nimmt der Muttertag eine ebenso herzliche Form an, fällt jedoch meist auf den letzten Sonntag im Mai, es sei denn, dieser kollidiert mit Pfingsten – in diesem Fall wird er auf den ersten Juni-Sonntag verschoben. Eine besonders rührende Tradition ist die „Médaille de la Famille“, eine Auszeichnung, die Müttern von großen Familien von der französischen Regierung verliehen wird. Dieser Akt unterstreicht die staatliche Anerkennung der mütterlichen Leistungen.

Aber warum differieren die Daten und die spezifischen Traditionen so stark zwischen den Ländern? Kulturelle Normen und historische Entwicklungen spielen dabei eine wesentliche Rolle. In Deutschland könnte der Einfluss des Protestantismus, der individuelle Feiertage weniger betont, ein Grund dafür sein, dass der Muttertag weniger formalisiert ist als in Frankreich, wo die katholische Tradition größeren Wert auf Feiern und Zeremonien legt.

Was denken Sie – zeigt die Art, wie wir Muttertag feiern, nicht auch, wie wir Familie und gesellschaftliche Rollen wahrnehmen?

Die Feier des Muttertags in unterschiedlichen Kulturen ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie ein einfaches Konzept weltweit adaptiert und integriert werden kann, wobei jede Gesellschaft ihre eigenen einzigartigen Nuancen hinzufügt. Ob in Deutschland oder Frankreich, der Tag bietet eine Gelegenheit, innezuhalten und die wichtige Rolle der Mütter in unserem Leben anzuerkennen – durch kleine Gesten, Geschenke oder einfach durch das Aussprechen von Dankbarkeit.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieser Tag weiterentwickelt. Wird der kommerzielle Aspekt weiterhin eine Rolle spielen oder kehren wir zurück zu den Wurzeln der einfachen, aufrichtigen Wertschätzung? Wie auch immer wir uns entscheiden, diesen Tag zu feiern, die Hauptsache ist doch, dass die Mütter um uns herum spüren, wie sehr wir sie schätzen. N’est-ce pas ce qui compte vraiment ?

Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr


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